Urlaub, Reisen & Ausflüge
Kommentare 41

Zingst im Wind

Zingst_im_Wind

Ich erwähnte ja bereits hier und da, dass der werte Herr S. ein Mann von Meer ist. Genauer gesagt vom Meer der Ostsee – der Ostsee vor Zingst. Zingst: Das ist gefühlt eine Insel, jedoch eigentlich keine. Denn Zingst ist via Rostock, Dierhagen, Ahrenshoop auch über das Festland zu erreichen. Ja. Oder eben mit Hilfe einer schwenkbaren Schwimmbrücke über den Bodden: Der Meiningenbrücke. Beides war jedoch nicht immer der Fall. Erst seit rund 150 Jahren ist Zingst keine Insel mehr.

Jedenfalls: Fahren der Herr S. und ich öfter mal dorthin. Er war das letzte Mal über Weihnachten dort – ich im Juni. Aber dieses Mal waren wir nicht nur wegen der wunderhübschen Ostsee vor Ort, sondern weil die Oma vom Herrn S. einen runden Geburtstag zu feiern hatte. Dazu lud sie herzlichst ein – und wir kamen natürlich. Gerne.

Die Familienfotos vom Essen, nochmal Essen und dem anschließendem geselligen Beisammensein lasse ich dort im Familienalbum. Doch der Herr S. und ich haben uns natürlich trotz Sturm an die Ostsee gewagt. Wobei der Herr S. da etwas bedächtiger ist: Eben nicht den unbändigen touristischen Drang verspürt auf jeden Fall und unter allen Umständen den Strand besuchen zu müssen. –> Ich hingegen schon. Und so konnte uns bzw. mich weder Regen, Hagel, Wind noch Sturm aufhalten. Der. Strand. Musste. Sein. Ja: Und dafür, dass wir uns getraut haben, hatten wir ihn auch für uns. Allein. Komplett. Als ultimative Belohnung!

Zingst_am_Strand

Nun. Ja. Aber um ehrlich zu sein, haben wir es nicht allzu lange dort ausgehalten. Sind sogar wieder recht schnell zurück nach Hause gekrochen. Auf dem schnellsten Wege – um genau zu sein: Durch den Wald. Denn ihr müsst wissen, der Herr S. ist nicht nur ein Mann vom Meer, sondern nahezu gleichermaßen ein Mann aus dem Wald. Er wohnt direkt am Waldrand.

Vom Strand aus mussten wir nur einmal quer hindurch, durch den Wald. Wir hätten natürlich auch außen drum herum gehen können: Aber dann wären es statt erfreulichen 10 Minuten Fußweg, gleich mal locker 30 gewesen. Und angesichts dieser Sachlage haben wir sämtliche uns bekannten Warnungen, man solle bei Sturm besser nicht durch einen Wald spazieren, buchstäblich in den Wind geschlagen. Ein Fehler: Wie wir schon bald  feststellen mussten.

Überall illustrierten uns entwurzelte Bäume diesen jenen unseren fatalen Fehler. Manche haben gleich andere mitgerissen – wie Dominosteine. Nur eben größer. Viel größer. Und als sich dann schließlich eine Birke entschloss direkt vor uns herunterzukrachen, dabei sogar noch im Fall auseinander schellte und mit lautem Getöse Baumteile im Umkreis von zwei Metern umherschoss. Ja. Dann. Da: Sind der Herr S. und ich aus dem Stand losgesprintet! Als wären die Blair Witch Hexe und Hannibal Lecter gleichzeitig hinter uns her. – Zusammen mit Dieter Bohlen.

Zingst_Wald

Am Sonntag, sprich heute, ging es dann schon wieder zurück nach Bremen. Leider. Und angesichts des Bahn-Verkehrschaos, das das Sturmtief Felix hinterlassen hatte, sind wir dankbar dem Vorschlag der Frau im Hause, also der Mutter von dem Herrn S., gefolgt: Doch lieber den Fernbus von Rostock zu nehmen – sie würde uns auch hinfahren.

Eine gute, bis hervorragend gute Entscheidung! Die Reise war günstiger, entspannter, leiser und es gab Kaffee, WLAN sowie eine Steckdose. Das wird ab jetzt öfter gemacht.

Zu Ostern zum Beispiel. Denn dann geht es das nächste Mal nach Zingst. <3

41 Kommentare

  1. Aiaiai … wie kann man sich denn bei so einem Wetter in die Wälder wagen ;-)) Anfängerfehler :-P
    Unser Gassi findet auch schon seit Tagen nur noch auf dem Feld statt oder eben geschützt auf den Straßen, zwischen den Häusern. Im Wald war ich schon lange nicht mehr. Ich glaube ans Meer wäre ich auch nicht gegangen … dieser Wind, schrecklich! Aber schön sind die Bilder dennoch :-D

  2. Ich hätte mich definitiv nicht in den Wald getraut. An den Strand schon. Herr H. ist ja auch ein Mann von einer Insel – Sylt. Da hat man den Strand leider nie für sich. Nicht mal im November bei Sturm… ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

  3. Kindsche! Bei Sturm im Wald?! Mir blieb beim Lesen ja das Herz stehen! Ob sie es überlebt hat.

    Und dann wurde mir klar, dass du das nicht hättest schreiben können, wenn nicht.

    Mach das ja nich wieder!

  4. Sarah Maria

    Ahhh. Ach. Ihr habt ja Recht!
    Da waren wir echt dumm – irgendwie…. Wir dachten uns: Ach, das kurze Stück. Da wird schon nix passieren. Zumal die Bäume am Anfang auch noch ein ganzes Stück vom Weg entfernt waren. Aber als es immer waldlastiger wurde und immer öfter bedrohlich über uns geknarzt hat, da haben wir es wirklich so langsam mit der Angst zu tun bekommen.

  5. Oh, na zum Glück gehts euch beiden gut. Das klingt ja richtig gefährlich.
    War den die wilde Meerluft angenehm?

    Liebe Grüße

  6. Bei Sturm in den Wald – hätte ich auch gemacht.
    Wir haben einen kleinen Baumbestand auf dem Grundstück – liebevoll „Wäldchen“ genannt. Der erscheint mir auch bei Sturm immer sehr ungefährlich – vielleicht bin ich daher auch etwas naiv…

    Beim Sturm war ich an der Nordsee – nicht sehr spektakulär beschrieben, aber dabeigewesen. Alleine war man da übrigens auch nicht, nur wenn man sich an den Spülsaum rangewagt hat und/oder ein paar Meter mehr gelaufen ist. Ansonsten scheint Sturmtourismus sehr angesagt zu sein – sogar ein Reisebus war unterwegs, um Menschenmassen abzuladen.

    Zingst ist mir nicht so vertraut, aber nebenan, auf Rügen, wurde einer meiner Altvorderen in den Dünen gezeugt :-)

    • Sarah Maria

      Die Dünen von Rügen sind aber auch ein hübscher Ort – für so einen Anlass. ;)

      Und das mit den Reisebussen finde ich ja…. ähh…. seltsam. Aber nun: Wenn’s die Menschen interessier:. Ich war ja schließlich auch am Strand und habe mir das Spektakel angesehen. Und wenn ich dafür einen Bus gebraucht hätte, hätte ich den auch genommen. ;)

  7. Euer kleiner Spaziergang hört sich richtig nach Abenteuer an – schon interessant, welchen Effekt so ein Sturm hat…
    Gut, dass ihr den Wald wieder gesund und munter verlassen konntet :)

  8. Ich kann dich verstehen, ans Meer hätte es mich auch gezogen! In den Wald allerdings nicht ;o) Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend.
    Liebste Grüße
    Kerstin B.

  9. Hui, da hattet Ihr ja richtig Glück. Dieses Sturmtief war schon gewaltig. Auch bei uns in Österreich hat es gewütet und seine Spuren hinterlassen. Wir sind Gott sei Dank glimpflich davon gekommen.

    lg kathrin

  10. also ich habe mir vor Kurzem erst gedacht wie toll es doch bei so einem Wetter am Meer sein muss. Naja – es sollte natürlich nicht übertrieben stürmisch sein …
    Ich dachte mir dann auch wie es wohl ist, wenn man bei so einem Wetter auf einer kleinen Insel lebt. Also da hätte ich ganz schlicht und einfach Angst.

    Danke wieder für deinen schönen Text und die Bilder – auch vom Wald.
    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

    • Sarah Maria

      Die Nordsee ist da sicherlich um einiges heftiger dabei als die Ostsee. Dort sind die Stürme ja meist etwas moderater…. ;) Aber stimmt schon: Ein bisserl mulmig wird einem schon bei dem Gedanken, dass man sich auf einem wenige Kilometer breiten Landstrich umgeben von wütenden Wellen befindet.

  11. Ich bin ja generell ein Fan von der Halbinsel Darß und war da seit meiner Kindheit bestimmt insgesamt schon 15x. Ist immer wieder toll! :)
    Dass mit dem Waldspaziergang bei orkanartigen Böen war wirklich eine saudumme Idee, aber zum Glück lernt man ja (hoffentlich) aus Fehlern *g*

    Liebe Grüße
    Su

    P.S.: Vor Dieter Bohlen wäre ich übrigens genauso angsterfüllt geflüchtet … noch mehr als vor der Blair Witch Hexe (selbst der Kannibale erscheint mir im direkten Vergleich plötzlich irgendwie sympathisch) ;)

    • Sarah Maria

      15x – da muss ich ja noch ein paar Mal, um mithalten zu können. ;) Und ich denke, dass das tatsächlich mal eine Sache war, aus der ich gelernt habe: War durchaus recht anschaulich inszeniert vom Sturm, was passiert, passieren könnte oder passieren wird….

      Ja, und ich dachte mir schon, dass der Dieter dieses Horrorszenario noch anschaulicher beschreibt, als die beiden anderen Herrschaften. :D

  12. Hallo Du Liebe,

    meine Güte, da habt ihr ja mal wieder was erlebt! Ich wäre glatt mit Euch gekommen, aber mein Lieblingsmann hätte da 100%tig getreikt, der kleine Schisser ;-).
    Ich bin sehr froh, dass euch nichts passiert ist und dass ihr wohlbehalten wieder in Bremen angekommen seid. Ja, ich glaube diese Fernbusse sind gar nicht so schlecht.

    Und im März dann bitte mit Sonnenscheinbildern :).

    LG, Nadine

    • Sarah Maria

      Oh ja. Absolut. Der Fernbus war wirklich eine angenehme Art zu reisen. Allerdings muss man wohl dazu sagen, dass wir insgesamt auch großes Glück hatten, was die Mitreisenden angeht: Die meisten haben Musik gehört, irgendwas im Handy gedaddelt oder gelesen. (Dem WLAN sein Dank.)

      Und deinen Freund hätten wir sicher auch noch Richtung Strand bekommen – irgendwie. :D

  13. Ein Mensch vom Meer bin ich definitiv auch! Wohnen tue ich leider noch nicht dort (aber vielleicht/hoffentlich wenn ich mit dem Studium fertig bin). Bis dahin versuche ich so oft wie möglich an die Nord-und Ostsee zu fahren, wie es nur geht : )

    • Sarah Maria

      Ein guter Plan!! Ich will dieses Jahr auch unbedingt mal häufiger an die Nordsee fahren. Hier von Bremen aus ist das ja nur ein Katzensprung – und trotzdem war ich im letzten Jahr nicht einmal dort. *hust*

  14. Menschenskinder… da hattet ihr aber ein ganz schönes Erlebnis bei eurem Waldspaziergang. Gut, dass euch nichts passiert ist. :) Blair Witch, Hannibal Lecter und Dieter Bohlen geben aber auch ein gutes Kaffeekränzchen ab. xD

    Dankeschön. Naja… bei mir geht es auch mal besser und mal schlechter voran mit diesen Projekten. Das kommt immer ganz darauf an. ^^

  15. Huhu,

    ich bin durch Zufall auf Deinen Blog gekommen und muss sagen. Herrliche Themen und Bilder und ich werde garantiert wieder kommen *androh und grins* (vor allem wegen dem Balkongarten)

    Die Macht des Windes, irgendwie doch ein tolles Naturspektakel. Tosende See und steife Briese oder wie sagt man im Norden? Klasse Bilder.

    Bis bald
    Alexandra

    • Sarah Maria

      Hey. Das freut mich ja. <3 Ich klick mich auch gleich mal zu dir rüber. :D
      Auf meinen Balkongarten freue ich mich auch schon sehr - bald geht es ja wieder los in Sachen aussäen. :)

  16. Mit dem Fernbus war ich auch schon öfter unterwegs und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht, wir nutzen das nun auch öfter, weil der Service und der Preis einfach Top sind. Zudem kamen wir bisher jedes Mal pünktlich an, nicht wie das ab und an bei der Bahn der Fall ist. Dazu fand ich es auch ganz angenhm nicht ständig umsteigen und den schweren Koffer schleppen zu müssen, sondern die ganze Fahrt über bequem sitzen zu bleiben.

    Die Bilder vom Strand sind trotzdem toll geworden. Ich wäre wohl auch ganz typisch Touri bei Wind und Regen dort hingewandert und mit dem Wald das hört sich ja gefährlich an. Zum Glück hat es jeder unbeschadet rausgeschafft.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Aww Dankeschön für das liebe Kompliment <3. Kein ding, das ist wie du schon sagtest einfach Geschmackssache.

    Dankeschön, das Daumen drücken kann ich echt gebrauchen. Bin echt froh, wenn in knapp 14 Tagen alles vorbei ist. Hihi bequem ist da halt echt am wichtigsten. Ich könnte echt nie in Jeans lernen xD.

    • Sarah Maria

      Das mit dem Koffer: Dass ich ihn genau einmal irgendwo hinschlepppen muss – nämlich in den Buskofferraum – fand ich auch einen großen Vorteil. Vor allem, wenn man viel dabei hat.

      100%ig pünklich waren wir zwar nicht: Wir sind mit 10 Minuten Verspätung in Bremen angekommen. Aber angesichts dessen, dass auf der A1 eine Vollsperrung war und wir Landstraße fahren mussten, finde ich das völlig in Ordnung. Verspätungen bei der Bahn sind ja vor allem deswegen so ärgerlich, weil man dann immer gleich seinen Anschluss verpasst und eine Stunde oder noch länger auf den nächsten Zug warten muss.

      Und in Sachen Preis ist das wirklich perfekt! Auch die Getränke im Bus waren echt günstig. Kaffee 1 Euro – was will man da meckern. :D

  17. Hallo Sarah-Maria,
    schöne Beschreibung des Spaziergangs. Wir haben 2010 nicht weit weg von Zingst Urlaub an der Ostsee gemacht (Wieck am Darß). Sehr schöne Gegend. Als der Baum herunter gekracht ist, hätte ich mich genauso erschreckt.

    Gruß Dieter

  18. Ich liebe das Meer und das sind wirklich traumhafte Fotos! Von Bremen aus ist das ja nicht mal so weit weg, da habt ihr da oben echt einen Vorteil.
    Mit dem Fernbus bin ich noch nie gefahren, habe es aber definitiv mal vor!
    Alles Liebe, Salo

  19. Wundervoll! Das Meer, hach da komme ich immer ins schwärmen… Es gibt wenig schönere Dinge!! Ich kann davon nieeee genug bekommen, also danke fürs zeigen ;-)
    VG Markus

  20. Huiiii….das war wirklich sehr mutig von euch, bei solch einem Sturm freiwillig durch einen Wald zu gehen. Müsste der Herr S. , ein Mann vom Meer und Wald, nicht Erfahrung damit haben, wie gefährlich das sein kann? Zum Glück ist alles gut gegangen und die Birke ist „nur“ DIREKT VOR EUCH (!) heruntergekracht, wie du schreibst. Wäret ihr ein oder zwei Schritte weiter gewesen, hätte es sehr schlimm ausgehen können. Ich schreibe das, weil ein Bekannter vor ein paar Jahren in einem fahrenden Auto von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt wurde.
    LG von Rosie

  21. Ich hab mir auch mal gedacht bei etwas windigerem Wetter an den Strand zu gehen.
    Ist ein gutes Peeling für die Haut! Nur das mit dem Wald hab ich nicht ausprobiert, weil das wäre ein Umweg gewesen :D

  22. Dein Schreibstil ist wirklich klasse und die Ostsee sowieso. Vor ein paar Wochen war ich auch mal in Zingst (und dem restlichen Darß). Aber bei Sturm dann vielleicht doch den Wald meiden und lieber ein wenig länger am vermeintlichen sicheren Strand verweilen.
    LG Nils

  23. Pingback: Urlaub in Zingst - Sarah Marias Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.