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Zingst im Wind

Zingst_im_Wind

Ich erwähnte ja bereits hier und da, dass der werte Herr S. ein Mann von Meer ist. Genauer gesagt vom Meer der Ostsee – der Ostsee vor Zingst. Zingst: Das ist gefühlt eine Insel, jedoch eigentlich keine. Denn Zingst ist via Rostock, Dierhagen, Ahrenshoop auch über das Festland zu erreichen. Ja. Oder eben mit Hilfe einer schwenkbaren Schwimmbrücke über den Bodden: Der Meiningenbrücke. Beides war jedoch nicht immer der Fall. Erst seit rund 150 Jahren ist Zingst keine Insel mehr.

Jedenfalls: Fahren der Herr S. und ich öfter mal dorthin. Er war das letzte Mal über Weihnachten dort – ich im Juni. Aber dieses Mal waren wir nicht nur wegen der wunderhübschen Ostsee vor Ort, sondern weil die Oma vom Herrn S. einen runden Geburtstag zu feiern hatte. Dazu lud sie herzlichst ein – und wir kamen natürlich. Gerne.

Die Familienfotos vom Essen, nochmal Essen und dem anschließendem geselligen Beisammensein lasse ich dort im Familienalbum. Doch der Herr S. und ich haben uns natürlich trotz Sturm an die Ostsee gewagt. Wobei der Herr S. da etwas bedächtiger ist: Eben nicht den unbändigen touristischen Drang verspürt auf jeden Fall und unter allen Umständen den Strand besuchen zu müssen. –> Ich hingegen schon. Und so konnte uns bzw. mich weder Regen, Hagel, Wind noch Sturm aufhalten. Der. Strand. Musste. Sein. Ja: Und dafür, dass wir uns getraut haben, hatten wir ihn auch für uns. Allein. Komplett. Als ultimative Belohnung!

Zingst_am_Strand

Nun. Ja. Aber um ehrlich zu sein, haben wir es nicht allzu lange dort ausgehalten. Sind sogar wieder recht schnell zurück nach Hause gekrochen. Auf dem schnellsten Wege – um genau zu sein: Durch den Wald. Denn ihr müsst wissen, der Herr S. ist nicht nur ein Mann vom Meer, sondern nahezu gleichermaßen ein Mann aus dem Wald. Er wohnt direkt am Waldrand.

Vom Strand aus mussten wir nur einmal quer hindurch, durch den Wald. Wir hätten natürlich auch außen drum herum gehen können: Aber dann wären es statt erfreulichen 10 Minuten Fußweg, gleich mal locker 30 gewesen. Und angesichts dieser Sachlage haben wir sämtliche uns bekannten Warnungen, man solle bei Sturm besser nicht durch einen Wald spazieren, buchstäblich in den Wind geschlagen. Ein Fehler: Wie wir schon bald  feststellen mussten.

Überall illustrierten uns entwurzelte Bäume diesen jenen unseren fatalen Fehler. Manche haben gleich andere mitgerissen – wie Dominosteine. Nur eben größer. Viel größer. Und als sich dann schließlich eine Birke entschloss direkt vor uns herunterzukrachen, dabei sogar noch im Fall auseinander schellte und mit lautem Getöse Baumteile im Umkreis von zwei Metern umherschoss. Ja. Dann. Da: Sind der Herr S. und ich aus dem Stand losgesprintet! Als wären die Blair Witch Hexe und Hannibal Lecter gleichzeitig hinter uns her. – Zusammen mit Dieter Bohlen.

Zingst_Wald

Am Sonntag, sprich heute, ging es dann schon wieder zurück nach Bremen. Leider. Und angesichts des Bahn-Verkehrschaos, das das Sturmtief Felix hinterlassen hatte, sind wir dankbar dem Vorschlag der Frau im Hause, also der Mutter von dem Herrn S., gefolgt: Doch lieber den Fernbus von Rostock zu nehmen – sie würde uns auch hinfahren.

Eine gute, bis hervorragend gute Entscheidung! Die Reise war günstiger, entspannter, leiser und es gab Kaffee, WLAN sowie eine Steckdose. Das wird ab jetzt öfter gemacht.

Zu Ostern zum Beispiel. Denn dann geht es das nächste Mal nach Zingst. <3

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  1. Pingback: Urlaub in Zingst - Sarah Marias Blog

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