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Wanderung auf den Brocken über den Goetheweg

Die Erwanderung des Brockens ist bei mir so eine Sache. Denn, ach, seit ich denken kann, will ich da mal hoch. Den allehrwürdigen Goetheweg hinauf, oder sonstwie. Irgendwie nach oben, jedenfalls. – Doch bisher kam es nie dazu. Einmal, ich war etwa 12, wollten wir es. So sehr, dass wir, Mama, Opa, Schwester und ich, die vereeiste Strecke auf allen Vieren durch den Harz gekrochen sind – bis wir schließlich aufgaben. Es folgten weitere, ähnlich wetterlastige, gescheiterte Versuche. Zuletzt vor 2 Jahren zu Weihnachten, als uns gefühlte -20°C jedwedes Gefühl aus sämtlichen Zellen des Bauchnabels pusteten – von Fingern und Zehen ganz zu schweigen. Jedenfalls: Ich und der Brocken. Es hat bisher nicht sollen sein. Bis neulich.

Gut neulich ist relativ. Genau genommen ist es schon ein kleines Weilchen her, dieses Neulich. Es war im Februar. Aber nun. Die letzten Wochen war viel los bei mir. Daher gibt es sie erst jetzt, im Frühling: Die Winterurlaubsbilder:

Brockenwanderung auf dem Goetheweg – die Eckdaten:

Start: Torfhaus – Goetheweg
Höhe: 1.141 Meter
Kilometer: Ca. 8 km (eine Tour), sprich 16 km (hin & zurück)
Zeit: Hoch ca. 3 Stunden – runter etwas weniger
Schwierigkeit: Machbar :-)
Proviant: Oben gibt es Restaurants – preislich noch okay. (2 wirklich große Pommes + 2 alkoholfreie Weizen rund 13 Euro, Stand 2017)

Unsere Ferienwohnung lag in Bad Harzburg ca. 800 Meter von der Bushaltestelle (Berliner Platz) entfernt. Von dort ging es gute 10 Minuten mit dem Bus Richtung Torfhaus. Kostenpunkt: ca. 5,50 Euro p.P. (hin & zurück).

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Für das richtige Brocken-Feeling gab es jedenfalls schonmal genug Schnee

Der Blocksberg

Der Brocken, auch Blocksberg genannt, ist mit 1.141 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Berg hier im Norden. Vermutlich mit Abstand. Daher ist er auch seit eh und je Dreh- sowie Angelpunkt diverser Sagen und Legenden: Beginnend mit der Brockenhexe und dem Brockenungeheuer bis hin zur Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit. Sie gilt als älteste bewegliche Himmeldarstellung. Um sie zu lesen wird sie anhand des Brockens ausgerichtet.

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Torfhaus – Hier beginnt der Goetheweg

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Rund die Hälfte des Weges ist geschafft. Jetzt wird es langsam steiler.

Der Goethe

Goethe. Wo war er nicht? Und worüber hat er kein Reisebericht verfasst? Dem Brocken hat er gleich ein ganzen Buch gewidmet – fast jedenfalls. Denn der Hexenberg im Faust ist kein geringerer als der Brocken höchstselbst. Als er dazumal, im Dezember 1777, aufbrach um den Brocken zu besteigen, ging es für ihn um 10:15 los. Recht exakt 3 Stunden später war er oben. Wir nicht. Wir waren 10 Minuten schneller da als Goethe. (!). Wobei ich, zu seiner Verteidigung, neidlos hinzufügen möchte, dass der Weg damals noch nicht erschlossen war. Genau genommen gab es keinen – er musste also quer-feld-ein den Brocken erklimmen.

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Die Brockenbahn – schneller, dafür (viel) teurer

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…und oben! Der Brocken-Gipfel im Nebel

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Tagesreise von Bremen auf den Brocken

Etwas stressig vielleicht, aber durchaus eine Überlegung wert. Mit dem Auto ist man in ca. 2,5 Stunden dort. Oder einfach mit dem Niedersachsenticket bis nach Bad Harzburg (Abfahrt gegen 9:00 Uhr – Ankunft ca. 12:00 Uhr). Dann mit der Bus-Linie 820 zum Torfhaus. 3 Stunden hoch, 1 Stunde Pause, 2,5 Stunden runter = ca. 18:30 Uhr. Im Winter eventuell schon etwas dunkel. Aber nun im Frühling – warum nicht. Schaut euch aber vorher unbedingt den Wetterbericht an, denn der Brocken macht was er will, wann er will.

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Im Airbus über Bremen – Fliegen im Flugsimulator

Der Herr S. und ich sind letztes Wochenende unter die Piloten gegangen. Unter die Airbus-Piloten genau genommen. Denn das *Team vom Bremer Flugsimulator hat uns eingeladen. Uns gefragt, ob wir nicht mal eine Runde mit ihnen fliegen mögen? Piloten sein mögen? So für einen Tag? Da haben wir natürlich nicht lange überlegt – und mit einem überschäumenden „Ja“ geantwortet.

Ein Airbus-Cockpit auf dem Weg nach Bremen

Letzten Sonntag, um 17:00 Uhr war es soweit: Am Bremer Flughafen, Terminal 3 waren wir mit unserem Piloten Philipp verabredet. Denn eben dort befindet sich der Bremer Flugsimulator. Hauptbestandteil ist das Original-Cockpit eines Airbus vom Typ A320. Es flog 22 Jahre mit der Seriennummer MSN 337 im Dienst der Air France, quer durch Europa und die Welt bis es schließlich seinen Weg nach Bremen fand. Alle Teile, vom Pilotensitz bis zum Schubhebel, sind 100%ig Original – und ganz genauso, wie es die Piloten nur wenige Meter entfernt auf den Start- und Landebahnen des Bremer Flughafens vorfinden.

Für die ultimative originalgetreue Flugsimulation wurde die Schnauze des Airbusses nämlich schlichtum abgetrennt. Mit einer Flex, einer sehr großen Flex natürlich – und ganz genauso wie sie war nach Bremen transportiert. Eine durchaus kniffelige Angelegenheit. Fotos vom Transport und Aufbau könnt ihr euch auf der Website ansehen. Oder hier in diesem Video:

Ein How-to-Fly – die erste Flugstunde

Der Blick aus dem Fenster des Flugsimulators auf die Landebahn, die Wolken und die Häuser unten auf dem Boden war in 3D. Das Wetter, Ladegewicht und die Flugroute konnte je nach Schwierigkeits-Wunsch eingestellt werden. Nur geruckelt, das wurde nicht. Wir, als Flug-Anfänger, sind mit 64 Tonnen bei Sonnenschein und Windstille geflogen.

Doch bevor es losging, bevor die Turbinen hochgefahren und das Gaspedal auf der Startbahn durchgedrückt wurde, gab es ein rund 20-minütiges Briefing. In dem wir von unserem Begleit-Piloten Philipp erfahren haben, bei welcher Geschwindigkeit ein Flugzeug abhebt, welche Funktionen die Klappen an den Flügeln haben und wann das Fahrwerk zum Einsatz kommt. – Kurzum: Ein kleiner Rundum-Schlag in Sachen Hebel, Schalter und Funktionen.

Dass dies keine mehrjährige Pilotenausbildung ersetzt, liegt auf der Hand – und wurde uns sehr schnell, sehr bewusst, als es hieß: Und los! Ready to take off. Denn Theorie und Praxis sind ja zwei unterschiedliche Dinge. Und so waren wir echt froh, dass uns Philipp im Cockpit jederzeit behilflich war. Uns Knöpfe, Schalter und Hebel nochmals in Erinnerung rief.

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Bei 140 Knoten wird abgehoben. Gelenkt wird mit einem Joystick. Jener wird beim Start behutsam, aber bestimmt, nach oben gezogen. Gleichzeitig wird die Schubkraft runtergedampft, das Fahrwerk eingefahren und die Klappen an den Flügeln reguliert. Geschwindigkeit, Steigungswinkel, Richtung und Höhe müssen natürlich auch stimmen. Und das alles – selbstredend – zur richtigen Zeit, in der richtigen Reihenfolge, richtig dosiert. Gar nicht mal so einfach.

Für diejenigen unter euch, die es genauer wissen wollen, schaut mal auf die Anzeige (Bild unten). Dort könnt ihr auf einen Blick die wichtigsten Eckdaten eines Flugzeuges ablesen. Bei schlechter Sicht könnt ihr damit sogar durch den Luftraum navigieren: Am rechten Balken, dort wo die 3.000 steht, ist die Flughöhe zu sehen. Sie steht gerade bei 20 Fuß. Sprich wir stehen. Das Cockpit liegt ja nicht auf dem Boden. Der gelbe Bereich in dem großen Kreis ist der Boden, der helle Bereich der Himmel. Beim Start sollte der Steigungswinkel ungefähr bei dem 2. kleinen weißen Strich liegen. Die beiden schwarzen Winkel-Linien sind die Flügel. Bei einer Kurve schlagen sie natürlich aus. Der kleine schwarze Punkt in der Mitte ist euer Flugzeug. Links, dort wo die 140 steht, könnt ihr die Geschwindigkeit in Knoten ablesen. Bei ca. 140 Knoten kann das Flugzeug mit Hilfe der Flugklappen abheben.

Die kleine lila Raute ganz unten hilft euch beim Navigieren und zeigt an, ob ihr zu weit links, rechts, oben oder unten seid. Sprich, wie ihr auf Kurs bleiben könnt. Das gelbe Dreieck oben gibt die Neigung an. Im Moment stehen wir parallel zum Boden. Bei einer Linkskurve rutscht das Dreieck nach rechts, bei einer Rechtskurve nach links.

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Tada! Der Videobeweis: Der Herr S. startet – ich lande

Und nun zu uns. Inklusive Videobeweis. Links im Flieger (ich) sitzt üblicherweise der Pilot, rechts (der Herr S.) der Co-Pilot. Doch geflogen wird ein Flugzeug von beiden. Ähnlich wie bei zwei Busfahrern, wechseln sich Pilot und Co-Pilot ab: Derjenige, der fliegt hat das Kommando. Der andere unterstützt derweil und arbeitet dem aktuellen Piloten zu. Gibt beispielsweise die Geschwindigkeiten beim Start durch, fährt das Fahrwerk aus oder reguliert die Flugklappen.

Der Herr S. und ich waren natürlich sehr aufgeregt. Und: Nachdem ich zwei Starts durchaus umfassend vergeigt habe, ist der Herr S. ans Werk geschritten. Er hat sich quasi als Voll-Profi herausgestellt. Denn vermutlich ist er in seinem anderen Leben Special-Irgendwas-Agent. Fliegt quasi täglich einen Airbus. Oder zwei. Gleichzeitig. Im Notfall natürlich auch blind, freihändig und nur mit den Zähnen.

Ich hingegen. Tja nun. Sagen wir mal, mein Kampf habe ich vor allem mit dem Joystick ausgefochten. Er wollte nicht so recht, wie ich. Und zack – war ich zu hoch, zu tief, zu weit rechts, links – oder halt irgendwo im Feld. Aber immerhin fast richtig. ;)

Und falls ihr euch nun fragt, warum wir rein gar nichts sagen. In den Videos. Warum der arme Philipp das mit dem Reden vollumfänglich übernehmen muss. Warum wir so still sind? Das liegt an der ausufernden Konzentration. An all den Augen, Ohren, Hirn und Händen. Die vor sich hinschwirren und schwer beschäftigt sind. Wir hatten nämlich ganz basal keine Zeit für Sätze. – Erst recht keine ganzen.

Und nun noch. Als kleiner Tipp von mir. Von Anfänger zu Anfänger: Falls ihr ebensolche PC-Spiel-Unwissenden seid wie ich; Und quasi noch nie einen Joystick in der Hand hattet, übt vorher ein paar Mal am Computer. Das schult die Hand-Auge-Koordination – und ihr bekommt viel schneller ein Gefühl für die Steuerung im Cockpit. Denn genau das ist mir, echt schwergefallen. Ich habe immer zu kleine oder große Bewegungen gemacht – und ganz automatisch z.B. nicht nur nach oben gezogen, sondern gleichzeitig auch immer ein wenig nach rechts oder links gelenkt.

fliegen-im-flugsimulator-erfahrungsbericht

Insgesamt sind wir eine Stunde geflogen – uns kam es allerdings wie kaum mehr als 20 Minuten vor. Die Zeit vergeht nun eben wie im Flug beim Flug. Wir hätten gut und gerne die Nacht dort im Simulator verbringen können. Hätten noch geübt und zu gerne dies besser verstanden oder das noch ausprobiert. Aber nun, in einer Stunde wird man schließlich nicht zum Piloten. Sondern: So ein Ausflug im Simulator gibt einen Einblick, zeigt was alles dazugehört – und macht halt ganz einfach schon echt Spaß.

Be a pilot for one day – gewinnt einen Flug im Flugsimulator Bremen

Weihnachten befindet sich ja quasi im Endspurt vor der Tür. Da möchten das Team vom Bremer Flugsimulator und ich euch hübsch beschenken! Zu gewinnen gibt es ein „Basic Paket“ für eine Person, inklusive Briefing und 30 Minuten Flugzeit.

Als Tausch wünsche ich mir von euch eine kleine Geschichte oder ein Nice-to-Know zu eurem Wunsch-Flugort. Schreibt mir einfach 1-2 Sätze, was diesen einen Ort für euch so besonders macht. Oder was wir uns dort auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Ihr könnt einfach hier unter dem Posting kommentieren. Oder ihr schreibt mir auf Facebook, Instagram oder Twitter. Wichtig dabei: vergesst bitte nicht, mich in eurer Geschichte zu markieren. Damit ich eure Antwort nicht verpasse und sie mit in die Verlosung nehme. Aus den 10 Antworten, die besondern hübsch, lustig oder lässig sind, losen der Herr S. und ich aus. Mitmachen könnt ihr bis zum 24.12. um 23:59 Uhr. Ich freue mich auf eure Antworten!


*Vielen Dank für die Einladung und das Gewinnspiel! Vielen Dank an das ganze Team vom Bremer Flugsimulator – ganz besonders an Philipp, der uns mit Rat und Tat und jeder Menge Fachwissen zur Seite stand. Es hat riesigen Spaß gemacht! <3

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Hallo Dresden – Hallo Stadtschönheit

Letztes Wochenende waren der Herr S. und ich auf einem 30. Geburtstag. Jedoch nicht in Bremen, sondern in Dresden. Genauer gesagt in der der Nähe von Dresden: In Rödern, bei Ebersbach, bei Großenheim. Nun, und falls ihr euch jetzt fragt, wo das eigentlich ganz exakt ist – und wie es dort ganz exakt ausschaut? Kein Problem: Das könnt ihr euch in den nächsten Tagen und Wochen rauf und runter im Weihnachts-Fernsehprogramm ansehen. Denn die „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wurden ebendort im Wald gedreht – und zwar rund um die nahegelegene Moritzburg. Ihr erkennt sie vielleicht aus dem Film?

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Leider waren wir so ganz insgesamt mit wenig Zeit gesegnet: Samstag früh 6 Stunden hin, dann 9 Stunden Geburtstag, gefolgt von 5 Stunden Schlaf, ein Tag Sightseeing in Dresden, 6 Stunden zurück und dann ins Bett fallen. Ich staune immer noch ein wenig darüber, was so alles in gerade mal 48 Stunden passt.

Nach ausschweifender Feierei also. In Rödern. Haben wir die Chance ergriffen, Dresden mal ein bisschen genauer anzusehen. Haben unser Gepäck am Dresdener Hauptbahnhof  eingeschlossen – und sind los, geradeaus in die City. Eine sehr hübsche City. So ausufernd hübsch sogar, dass mir nahezu minütlich das Herz blutete. Zum einen, weil wir eben nur diesen einen Tag hatten – und zum anderen, weil dort nun einmal Pegida einen Ort für ihre Zentrale finden konnte.

dresden-semperoper-nopegida

Das Licht war an dem Tag sehr ideal böhmisch. Zumindest stelle ich mir genau das unter böhmischem Licht vor: Gleichzeitig düster und hell; Ein klirrend blauer Himmel, gemischt mit ein paar Schatten aus dunklem Türkis und beige-goldenem Schimmer. Eben vollends aufregend. So ein böhmischer Himmel.

Selbst der allgegenwärtige Weihnachtsmarkt hat in Sachen Stimmung kaum gestört. Denn als ausgesprochener Minimal-Fan solcher Märkte, versuche ich sie stets bestmöglich auszublenden. – Was in Dresden zu dieser Zeit wirklich nur verrückt schwer möglich ist. Da die Dresdener ganz offenkundig, ganz vernarrt in Weihnachtsmärkte sind. Genau genommen ist die komplette Stadt ein einziger Weihnachtsmarkt. Ja, der Herr S. und ich vermuten mitunter gar, dass Dresden einst um einen riesigen Weihnachtsmarkt herumgebaut wurde. Um all den Händlern und Gauklern ein zu Hause zu bieten. Gewissermaßen.

Aber. Dresden nimmt dies offenbar gelassen: All den Glitzer, die Glühwein-Ströme und die wirklich vielen XXL-Weihnachtspyramiden. Ganz ähnlich der Verwandtschaft Paris, Prag oder Florenz – wo selbstredend keine Bausünde der Welt Stimmung oder Schönheit ruinieren kann. Dafür sorgen sie schon, diese Stadtschönheiten. Durch ihre pure Anwesenheit. Mit Charakter; – Und stetig offenen Blick. Weil sie es selbstverständlich selbstredend gar nicht nötig haben, irgendwas dazu zu sagen – oder sich gar zu rechtfertigen.

Umso erstaunlicher: Dass Zwinger, Semperoper und Frauenkirche nicht einfach eine Allianz bilden. Dass diese altwunderschönen Gemäuer in ihrer Jahrhundert-Gelassenheit nicht einfach das abschütteln, was ihnen wirklich und nachhaltig die Schönheit raubt? Was ihnen Raum und Luft zum Atmen nimmt?

Vielleicht, hoffentlich warten sie noch ein wenig? Wie die Ents aus Herr der Ringe? Bis sie Pegida endlich rausjagen?

Ihr dort lebenden Menschen: Ich kann es wirklich und gar nicht ertragen, dass im schönsten Bruchtal tiefstes Mordor sein soll. Daher folgt nun Kitsch sowie durchaus dringlicher Appell! Denn dort mitten im chicen böhmischen Licht, kurz vor den Toren Aschenbrödels, in all der Hübschheit; In einer Stadt, die ohne mit der Wimper zu zucken, das Zeug dazu hat, Leipzig, Köln und Berlin zu überholen; Dabei eventuell einmal kurz winken würde, wenn dann bald nun alle auf den hippen Hipster-Parties fragen:

„Und wo wohnst du?“
„In Dresden.“
„Du auch? Da will echt jeder hin.“

Überlasst die Stadt nicht einfach der Zerstörung. <3

dresden-wochenende-reisen

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So. Und jetzt. So zum Abschluss – vollends ohne Überleitung: Und da wir ja grad nun ohnehin schonmal hier sind, in Dresden: Ein kleines Anekdötchen in Sachen Semperoper. Denn ihr wisst ja, ich bin ein außerordentlich großer Opern-Fan:

Was ja viele nicht so recht wissen: Der gute Gottfried Semper hat seine berühmte Semperoper zwar entworfen – baute sie aber nicht. Die Bauarbeiten leitete sein Sohn Manfred. Und das nicht etwa, weil Gottfried vor der Fertigstellung starb oder ähnlich umfassend verhindert war, sondern schlicht, weil er Dresden sowie genau genommen ganz Sachsen nicht mehr betreten durfte.

Herr Semper war nämlich im Exil. Genau wie Richard Wagner und etliche andere. Er wurde sogar per Steckbrief als „Demokrat I. Klasse“ gesucht. Denn er mischte damals ordentlich mit: Bei der deutschen Revolution 1848/49. Während der Straßenkämpfe nahm Semper die Barrikaden genauer unter die Lupe und stellte fest, dass sie kaum einem Kampf standhalten würden. Also ließ er sie kurzerhand umbauen. Unter seiner Leitung entstand schließlich die Hauptbarrikade in der Wilsdruffer Gasse – die berühmt berüchtigte „Semper-Barrikade“. Sie stellte sich als derart unbezwingbar heraus, dass die Regierungstruppen schließlich aufgaben und statt Barrikade lieber die umstehenden Gebäude einrissen.  Später soll er beklagt haben: „Was habe ich denn 48 getan, dass man mich ewig verfolget? Eine einzige Barrikade habe ich gebaut – hat aber standgehalten, weil sie practisch war und weil sie practisch war, war sie schön.“

In diesem Sinne:
#nopegida
<3

Jahresrückblick – viel.punkt.irgendwas

Es ist bald wieder soweit. Er jährt sich alljährlich: Mein Geburtstag! Zeit also für einen kleinen Jahresrückblick. Ganz klassisch im A-B-C-Format. Mal ausgefüllt – mal nicht:

Aktuell:
Bin immernoch mit meinem Jobwechsel vollends ausgelastet. Zwei Monate, die mir echt viel abverlangt haben. Und zwar ganz besonders in Sachen Schlafmanagement: Entspanen-Sie-jetzt-in-3-2-1-Sekunden-denn-in-4-Sekunden-ist-keine-Zeit-mehr-!!11!. Zuviel Arbeit macht mich vor allem eins: Wach! – Und zwar irgendwie immer. Kein hübscher Zustand. Aber nur noch wenige Stunden – und dann ist wieder alles chic. In meinem Leben.

Berlin Tempelhofer Feld

Berlin:
Seit Mitte des Jahres mein gefühlter und tatsächlicher Zweitwohnsitz. Mal wieder – gewissermaßen: Vor rund 5-6 Jahren war ich schon mal da. Dauernd. Lange. Ausführlich. Und nun eben wieder. Nun ist alles anders. Aber auch sehr hübsch. Eine Stadt, in die sich mein Herz grad ver-ent-liebt.

C

D

Enttäuschung:
Ich habe drei Freunden geholfen eine Wohnung hier in Bremen zu finden. Ein Kraftakt, den ich vollends falsch eingeschätzt habe. Etwas, das ich persönlich nie vergessen werden: Weder die Kälte noch die Beschimpfungen seitens der Vermieter und erst recht nicht den Moment an dem ich kurz davor war zu sagen: Ich schaffe das nicht.

F

Geklickt:
Hier im Blog mit über 5.000 Besuchern mein „shocked out“  – der Moment, der mich nicht „nur“ berührt, sondern verändert hat. Der mich aus-ge-knockt hat. Gefolgt von meinem Versuch eines „Arabisch to-go“ – welches allerdings aus dem Jahr 2015 stammt.

H

I

J

Küstenrausch:
Seit gut 2 Jahren (eventuell sogar etwas länger – *hust*) haben der Herr S. und ich jetzt diese Domain. Denn, wie ihr wisst: kommt der werte Herr vom Meer, genauer gesagt aus Zingst. Zwischen Ostsee und Bodden. Und nun eben entsprechend häufig sind wir dort. Nicht häufig genug jedoch: Er vermisst die Gegend. Daher wollen wir drüber schreiben. Seit Jahren. Er erzählt  – ich schreibe. So der Plan. Und nun! Endlich: Wir sind online: kuestenrausch.de

ahrenshoop-meer-steilkueste

L

M

N

O

Pokemon:
Da gibt es wenig zu beschönigen: Ich bin süchtig. Nach-wie-vor! Und habe seit heute eine Madama Snobilikat. Bin Level 25, Team lila und in meinem Wohnzimmer war grad ein Nebulak – Noch Fragen?

Q

Ramadan:
Der Herr S. und ich haben einen Tag lang mitgemacht. Eine Erfahrung, die mich tatsächlich an Grenzen gebracht hat: 19 Stunden ohne Essen – und vor allem ohne Wasser. Ich habe noch nie so sehr mit mir und meinen ganz tief-basalen Bedürfnissen gekämpft.

Syrisch kochen

„Hallo, ich heiße Sarah. Ich wohne in Bremen.“ – auf Arabisch und von mir geschrieben.

S

Ten:
Die rebuplica war zum 10. Mal – ich zum 1. Mal dort – um beim 11. Mal auch wieder dabei zu sein!

re:publica ten 2016

U

Venedig:
Klein Venedig (genau genommen) – kurz vor Berlin. Ein wunderbarer Nachmittag mit Paddel, Kanu und Kanälen. Auf jeden Fall einer der schönsten Tage in diesem Jahr. (Video im Link – oben)

W

X

Y

Ziel:
Wie jedes Jahr, seit Jahren: Alle Sorgen in Sachen Stil, Story und Stimulanz über Bord werfen und mal wieder eine Kurzgeschichte schreiben. Wenigstens. -> Keine lange. Keine gute. Nur eben eine. So der Plan! Doch: In meinem Kopf muss sie dann eben doch gut werden – und lang – und da bleibt sie dann auch. Wie jedes Jahr: Aber nun eben dieses Jahr wird alles anders. Selbstredend.