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Wanderung auf den Brocken über den Goetheweg

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Die Erwanderung des Brockens ist bei mir so eine Sache. Denn, ach, seit ich denken kann, will ich da mal hoch. Den allehrwürdigen Goetheweg hinauf, oder sonstwie. Irgendwie nach oben, jedenfalls. – Doch bisher kam es nie dazu. Einmal, ich war etwa 12, wollten wir es. So sehr, dass wir, Mama, Opa, Schwester und ich, die vereeiste Strecke auf allen Vieren durch den Harz gekrochen sind – bis wir schließlich aufgaben. Es folgten weitere, ähnlich wetterlastige, gescheiterte Versuche. Zuletzt vor 2 Jahren zu Weihnachten, als uns gefühlte -20°C jedwedes Gefühl aus sämtlichen Zellen des Bauchnabels pusteten – von Fingern und Zehen ganz zu schweigen. Jedenfalls: Ich und der Brocken. Es hat bisher nicht sollen sein. Bis neulich.

Gut neulich ist relativ. Genau genommen ist es schon ein kleines Weilchen her, dieses Neulich. Es war im Februar. Aber nun. Die letzten Wochen war viel los bei mir. Daher gibt es sie erst jetzt, im Frühling: Die Winterurlaubsbilder:

Brockenwanderung auf dem Goetheweg – die Eckdaten:

Start: Torfhaus – Goetheweg
Höhe: 1.141 Meter
Kilometer: Ca. 8 km (eine Tour), sprich 16 km (hin & zurück)
Zeit: Hoch ca. 3 Stunden – runter etwas weniger
Schwierigkeit: Machbar :-)
Proviant: Oben gibt es Restaurants – preislich noch okay. (2 wirklich große Pommes + 2 alkoholfreie Weizen rund 13 Euro, Stand 2017)

Unsere Ferienwohnung lag in Bad Harzburg ca. 800 Meter von der Bushaltestelle (Berliner Platz) entfernt. Von dort ging es gute 10 Minuten mit dem Bus Richtung Torfhaus. Kostenpunkt: ca. 5,50 Euro p.P. (hin & zurück).

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Für das richtige Brocken-Feeling gab es jedenfalls schonmal genug Schnee

Der Blocksberg

Der Brocken, auch Blocksberg genannt, ist mit 1.141 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Berg hier im Norden. Vermutlich mit Abstand. Daher ist er auch seit eh und je Dreh- sowie Angelpunkt diverser Sagen und Legenden: Beginnend mit der Brockenhexe und dem Brockenungeheuer bis hin zur Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit. Sie gilt als älteste bewegliche Himmeldarstellung. Um sie zu lesen wird sie anhand des Brockens ausgerichtet.

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Torfhaus – Hier beginnt der Goetheweg

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Rund die Hälfte des Weges ist geschafft. Jetzt wird es langsam steiler.

Der Goethe

Goethe. Wo war er nicht? Und worüber hat er kein Reisebericht verfasst? Dem Brocken hat er gleich ein ganzen Buch gewidmet – fast jedenfalls. Denn der Hexenberg im Faust ist kein geringerer als der Brocken höchstselbst. Als er dazumal, im Dezember 1777, aufbrach um den Brocken zu besteigen, ging es für ihn um 10:15 los. Recht exakt 3 Stunden später war er oben. Wir nicht. Wir waren 10 Minuten schneller da als Goethe. (!). Wobei ich, zu seiner Verteidigung, neidlos hinzufügen möchte, dass der Weg damals noch nicht erschlossen war. Genau genommen gab es keinen – er musste also quer-feld-ein den Brocken erklimmen.

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Die Brockenbahn – schneller, dafür (viel) teurer

wanderung brocken goetheweg

…und oben! Der Brocken-Gipfel im Nebel

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Tagesreise von Bremen auf den Brocken

Etwas stressig vielleicht, aber durchaus eine Überlegung wert. Mit dem Auto ist man in ca. 2,5 Stunden dort. Oder einfach mit dem Niedersachsenticket bis nach Bad Harzburg (Abfahrt gegen 9:00 Uhr – Ankunft ca. 12:00 Uhr). Dann mit der Bus-Linie 820 zum Torfhaus. 3 Stunden hoch, 1 Stunde Pause, 2,5 Stunden runter = ca. 18:30 Uhr. Im Winter eventuell schon etwas dunkel. Aber nun im Frühling – warum nicht. Schaut euch aber vorher unbedingt den Wetterbericht an, denn der Brocken macht was er will, wann er will.

6 Kommentare

  1. *grins* über die klimatischen Bedingungen!
    Moin Sandra,
    der Brocken macht wirklich was er will, bei Sturm bereits oben gewesen und kaum Halt gefunden, zu Pfingsten fast einen Hitzekoller und wenn auf Bustouren der nebelverhangene Berg angekündigt wird – dann ist jeder Stein vom Torfhaus aus erkennbar.
    Eine Wanderung lohnt immer, am besten gefällt mir der Heinrich-Heine-Wanderweg von Ilsenburg aus.
    Danke für den Tipp mit der Verbindung nach Bad Harzburg, wird für alle glücklichen Zufälle notiert!
    LG Kelly

  2. Liebe Sarah, der Brocken ist für mich so ein Urlaubsziel aus der Kindheit und inzwischen habe ich auch wieder Bock, in den Harz zu fahren und den Aufstieg zu meistern. Im Februar waren alle im Harzfieber. Vielleicht bietet sich der Frühling jetzt auch an.

  3. Der Brocken ist schon ein ganz besonderes Ausflugsziel.
    Wir waren im letzten Jahr im Sommer, in flirrender Hitze, dort und waren total begeistert. Ein großartiges Erlebnis war auch die Brockenbahn. Sie fuhr uns bequem hinauf, durch schattige Wälder und vorbei an schönen Ausblicken.

  4. Danke für den schönen und interessanten Bericht über deine Wanderung auf den Brocken – und Goethe – und übrhaupt wieder toll geschrieben.
    Die Fotos dazu sind auch sehr schön.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

  5. Pingback: 3 Fotos - 3 Geschichten - Bad Harzburg | Küstenrausch

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