Politik & Netzpolitik
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Werde ich jetzt Piratin?

Kaffee und Politik

Es klang im letzten Posting durch: Ich war bereits hier und da politisch unterwegs. Nie parteipolitisch – dagegen habe ich eigentlich eine integrierte, festgebügelte Aversion. Auf das Eigentlich komme ich noch. Doch zuerst:

Vor einigen Jahren habe ich einigermaßen abrupt mit sämtlichen Polit-Kram aufgehört (Ich habe wirklich viel gemacht. Das wären eine ganze Reihe von Postings) – und mich in die Kultur gestürzt (auch das würde eine ganze Reihe von Postings füllen). Habe sozusagen mein politisches Engagement eher in mich hinein verlagert. Als große Suche. In letzter Zeit bemerke ich allerdings zu unterschiedlichen Gelegenheiten immer mehr und ungeduldiger meine Unzufriedenheit in meiner irgendwie selbstgewählten Handlungsunmöglichkeit. Ich will einfach wieder mehr Mehr machen. Mitmachen. Doch wo?

Umwälzungen, Ideen, eben Bedeutungsschwangerschaften trage ich stets ein Weilchen still mit mir herum, bis ich dann schließlich krach-boom-bang Entscheidungen treffe. Einfach so. Still zu Hause sitze, an irgendwas arbeite, es in einem Impuls unterbreche, „Piraten Bremen“ google, schwubs auf der Website bin – und gestern dann bei einem ihrer Treffen.

Es gibt ja diesen einen Witz:
Denke jetzt, sofort, spontan an eine Farbe und ein Werkzeug.
Schnell!
Was kam dir in den Sinn?
Rot und Hammer?
Ja! Den meisten.

Bei den Piraten (hier ihr Programm) denkt wohl mittlerweile jeder an epische Shitstürme. Und ja: Dass diese sich herrlich für Wasserskifahrten durch Kakaoweltmeere eignen, kann ich verstehen. Ich habe oft genug und lange in basisdemokratischen Gruppen mitgearbeitet, um die dort waltenden Prozesse aus dem Effeff zu kennen. Ich habe schon in so ziemlich jeder Form von Plenum und Stuhlkreis gesessen: welche mit inneren Stuhlkreisen, mit Redezeiten, quietschenden Puppen, Listen, pantomimischen Handzeichen

Trotzdem und vor allem auch deswegen, ja deswegen, sind basisdemokratische Entscheidungen nicht nur die von mir favorisierten, sondern nach meiner Erfahrung auch die einzig sinnvollen. Es sind die Entscheidungen, die zwar dauern, aber überdauern. Es sind Entscheidungen, die nicht „nur“ von allen mitgetragen werden, sondern von allen entwickelt wurden. Und letzteres bedeutet eben auch, dass so lange an Ideen rumgenörgelt wird, bis sie wasserdicht, störungsunanfällig sind. Wäre das Bauvorgehen des Berliner Flughafens basisdemokratisch entschieden worden, würde es diese ganzen Fehlkonstruktionen und -planungen jetzt nicht geben. Da bin ich mir sicher. – Jaja. Zugegeben, es wäre aber auch noch nicht mal mit dem Bau angefangen worden. ;)

Jedenfalls: Dass die Piraten eine bundesweite quasi basisdemokratische Arbeitsweise und Vernetzung zumindest hinkriegen, ist für mich Grund genug, dass sie meinen vollsten Respekt haben. Da haben sie zumindest schon mal mehr hinbekommen, als einige Polit-Gruppierungen in den letzten 30 Jahren. Vor allem angesichts des rasanten Wachstums, den die Partei im letzten Jahr mitgemacht hat. Dass es Kinderkrankheiten gibt, finde ich nicht nur normal, sondern, wie gerade schon gesagt, auch wichtig, um die Fehler zu beheben, bevor sie chronisch werden.

Zurück zum Shitstorm: Hey, ich habe mich jahrelang mit diversen Hardcore-Wagnerianern auseinander gesetzt. Das sind sozusagen die Erfinder des Rumtrollens – mit einer 200jährigen Tradition. Als Opernbloggerin habe ich in den allermeisten Fällen zwar wirklich tolle Mails und Kommentare bekommen, aber eben z.T. auch welche, zu denen euch nix mehr einfällt. By the way: Wer Trolle in ihrer übelsten Form sehen will, kann ja mal in Hamburg eine von Frau Young dirigierte Opern-Premiere besuchen…. Übrigens: Basisdemokratie bedeutet nicht, immer zu allem etwas sagen zu müssen, sondern immer etwas zu allem sagen zu können.

Dass in einem System, in dem alle gleichwertig was zu sagen haben, immer auch einige mit weniger sinnreichen Beiträgen im Gepäck, die Chance ergreifen endlich mal einen Balkon zu haben, von dem aus sie sprechen können, liegt in der Natur der Sache. Und das ist definitiv ein Problem. Das gelöst werden muss. Daran sind schon andere Gruppen zerbrochen. Hab’s live miterlebt. Als Reaktion dann aber: „Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit“ jahrhundertelang vor sich hinzulamentieren nervt. Kolossal. Wenn die Welt noch nicht bereit ist – was ich bezweifle – dann muss sie es halt werden.

Denn die Chance, die in einem solchen System liegt, ist einfach viel zu gut, als dass man sie sich kaputt machen lassen sollte! Hierarchielosigkeit bedeutet nämlich z.B. auch das Aus für Schwarzgeldaffären und wulff’eske „Wenn du mir, geb‘ ich dir“ Aktionen. Eben weil es nichts, oder jedenfalls viel zu wenig bringt Einzelpersonen zu schmieren.

Der Grund, warum ich bisher nie ernsthaft drüber nachgedacht habe bei den Piraten mitzumischen ist, a) dass sie sich mit Ausschlüssen dermaßen schwer tun. Also mitunter, wenige aber immerhin einige, (rechte) Idioten dort einfach mal viel zu lange mitmischen können, bevor sie rausfliegen. Auch wenn ich das Problem dahinter verstehen kann. Es ist ein wenig wie mit der Todesstrafe: Wenn man sie einmal zugelassen hat, wird es schwierig zu entscheiden, wann sie anzuwenden ist – und wann nicht. Es wird zur Ermessensfrage in einem niemals fehlerfreien System.An dieser Stelle möchte ich kurz betonen, dass ich eine 100%ige Gegnerin der Todesstrafe bin. Und hinzufügen: Ein Ausschluss ist aber eben doch etwas ganz anderes, als die Todesstrafe: Denn dort können Fehler korrigiert werden.

Das b) gilt meiner schon erwähnten Aversion gegen Parteipolitik. Allein bei dem Gedanken in eine Partei einzutreten kreischt irgendwas in mir drin, nix punkiges, eher die Vernunft. Deswegen, weil ich bisher die Erfahrung gemacht habe, dass Kritik zur Veränderung nur außerhalb der verzweigten Gänge durch die Institutionen, also in Freiheit von irgendwelchen Sachzwängen, fruchtbar gemacht werden kann.

Allerdings glaube ich mittlerweile zu glauben, dass die Piratenpartei den zermürbenden Sachzwängen entgehen könnte (zu diesem Punkt würde ich mich über eure Meinungen sehr freuen, denn ich bin mir einigermaßen unsicher, ob ich damit Recht habe): Die Piratenpartei hat von den Parteien, die sich ein „Wirklich etwas zu ändern“ auf die Fahne geschrieben haben, eine Chance, die zuvor keine andere Partei hatte. Und die sehe ich in dem Zusammenzahnen der Echtzeitkommunikation via Internet und einer basisdemokratischen Entscheidungsform. Sprich transparente Entscheidungen und schnelles effizientes Ansammeln von Argumenten und Wissen ist zum ersten Mal technisch möglich!!

Ich denke hier z.B. an diese sagenhaft peinliche Aktion im Sommer während der Fußball-WM. Ihr erinnert euch? Als eine Handvoll Abgeordneter mal eben unsere Daten so: Schwubs. Hier Nimm, was du brauchst. Es hagelt Geschenke. verjubelte. Die anschließenden „Erklärungen“ dazu, waren mein Comedy-Highlight des letzten Jahres und demonstrierten vor allem, dass die anwesenden Parlamentarier nicht die geringste Ahnung hatten, worüber sie da abgestimmt haben. Zudem. Nicht zu vergessen: Die, die nicht da waren, hatten offenbar keinen Schimmer, wie wichtig es gewesen wäre, sich zu informieren. Daraus nun aber zu schließen, dass die Leute alle komplett belämmert und dumm sind, ist zwar einfach, aber wenig sinnvoll. Ich denke, sie hatten keine Ahnung, weil es kaum möglich ist zu wirklich jedem Antrag ein Wissen zu entwickeln, das eine verantwortungsvolle Entscheidung möglich macht.

Und genau da greift die Transparenz. Eben jenes im Zusammenhang mit den Piraten oft zitierte Schlagwort. Transparenz ist nicht nur irgendwas halt so: Weil Internet – oder so. Sondern vermutlich tatsächlich die Lösung für viele Probleme: Wenn Diskussionen und Entscheidungen nicht mehr hinter geschlossenen Türen stattfinden oder Gesetzesentwürfe für jeden zugänglich wären, müssten sie der Wirklichkeit Stand halten. Sich beweisen.

Zu behaupten die Menschen wären nicht in der Lage diese Dinge so zu verstehen, dass sie angemessen darauf reagieren könnten und sie daher von Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen auszuschließen sind, ist eine billige Ausrede – die schlicht und einfach dazu dient, hinter verschlossenen Türen Entscheidungen treffen zu können. Mehr nicht. Wer Kindern Stift und Papier vorenthält, sollte sich nicht darüber wundern, wenn sie nicht lernen zu schreiben.

Transparenz verhindert Probleme, bevor sie entstehen. Probleme, die hinterher in mühseliger Kleinstarbeit wieder ausgebügelt werden müssen. Will sagen: Ich denke wir sollten uns endlich mal von der fixen Idee verabschieden, dass Hierarchien effizient arbeiten. Und, zugegeben etwas pathetisch, werfe ich am Schluss die Frage in den Raum: Sind basisdemokratische Entscheidungen nicht vielleicht doch effizienter und schneller als ihr Ruf? Denn Etwas, das schon da ist, kann man viel schwieriger korrigieren, als Etwas, das noch entsteht.

Vorläufiges Fazit: Es war gestern echt gut bei den Piraten.

13 Kommentare

  1. Gut geschrieben! Egal ob Pirat oder nicht, Basisdemokratie verbunden mit Transparenz ist eine gute Sache. Das haben wir in unsrem Streik der 117 Tage für einen Mindestlohn-Tarifvertrag auch erleben dürfen.
    Unser Problem war, es gab zu viele, die sich im Streik nicht daran beteiligt haben, diese Transparenz und Demokratie einzufordern. Trägheit? Noch immer nicht an Demokratie gewöhnt? Keine Ahnung. Nun haben wir nach dem Streik mit den Folgen zu leben, unzufrieden, hadernd mit der Führung, nach Transparenz zu den Nachverhandlungen rufend…..Eben wie ab 1989 schon einmal.
    Deshalb: Wer den Mund nicht aufmacht, der wird nicht gehört! Also los, liebe Sarah – egal in welcher Form! Meine Stimme hast Du!

    • Absolut. Wer nix sagt wird nicht gehört – das gilt im Privaten, in Beziehungen genauso wie in der Politik. Langfristig kann so keiner glücklich werden.

      Habe auch gleich mal zu dir rüber geklickt – und in deinem Blog-Posting zum Streik im November reingelesen. ;)

  2. Zum Thema Basisdemokratie fallen mir Erfahrungen aus dem Beginn der Grünen hier in Hannover ein. Bis Mitte der 1980-er Jahre waren die Versammlungen basisdemokratisch und es war egal, ob der/die Anwesende Mitglied der Grünen, der GABL (so etwas wie GAL für Hamburg oder AL für Berlin) oder sogar nur thematisch interessiert war ohne Mitgliedschaft.
    Dann hatten einige Kader begriffen, dass es hilfreich ist, Abstimmungen hinauszuzögern und so gab es sehr spät am Abend manchen merkwürdigen Beschluss. Doch die Partei war damals noch so vernünftig, dass es als Konsequenz nach einer gesetzten Zeit (ich glaube es war 22 Uhr) keine Abstimmungen mehr geben durfte.
    Die Debatten war lang und oftmals zäh, da die grün-alternative Bewegung diffus und und sich von K-Gruppen bis betroffene Eltern (1986 Tschernobyl, vorher NATO-Doppelbeschluss) rekrutierte.
    Da haben es die Piraten einfacher, weil hier ein engeres Gründungsthema vorliegt.
    Doch mit den Erfolg wurde die Basisdemokratie (zu der auch die Mandatsrotation gehörte, damit keine Berufspolitiker entstehen) ziemlich schnell abgeschafft und die drei anderen Grundsätze (ökologisch, sozial, gewaltfrei) aufgeweicht und im Orwellschen Neusprech definiert.

    • Du sagst es. Genau das, wie die Abstimmungssperre um 22h, meinte ich mit den Kinderkrankheiten. – und leider eben auch die Tatsache, dass sich Partein immer irgendwann angleichen. Deswegen eben auch eigentlich meine Abneigung gegen Parteipolitik – weil es dort zu schnell um Stimmen und Außenwirkung geht. Und als logische Folge immer weniger um Inhalte. Denn neue Ideen beinhalten immer auch das Risiko nicht praktikal zu sein – und zu scheitern. Das ist schlecht für die Außenwirkung :/ Altersbedingt kenne ich die Grünen aber nur in ihrer Post-Basisdemokratie-Phase. ;)

    • Hallo Caroline, habe dein Kommentar als Mail bekommen. Also, dass du mich taggen wolltest. Offenbar hast du es dir anders überlegt. Mhm. Dabei wollte ich dir antworten, dass das mit diesen Stöckchen nicht so mein Ding ist, ich deine Fragen aber natürlich trotzdem beantworte – als Kommentar. Die Antworten habe ich mir dann auch gleich überlegt – und nun aber gesehen, dass du mich aus deiner Liste wieder gelöscht hast. Mhm. Mhm. Tja. Was soll ich sagen? Die Antworten sind jetzt aber schon fertig…. Deswegen gibt’s die nun trotzdem.

      1. Welche Serie schaust Du am liebsten?
      Mhm. Schwer zu sagen. Die letzte, die ich komplett durchgeschaut habe, war Dexter. – Und ich freue mich auch schon tierisch auf die neue Staffel!

      2. Hast Du Haustiere?
      Leider nicht. Dafür bin ich zu oft unterwegs. Als ich noch zu Hause bei meinen Eltern gewohnt habe, hatten wir aber immer mindestens eine Katze.

      3. Worauf in Deinem Leben bist du ganz besonders stolz?
      Oh. Das ist schwer. Das ändert sich auch ständig. Im Moment finde ich, dass mir einige wichtige Veränderungen ganz gut gelungen sind.

      4. Sekt oder Bier?
      Die Frage kann ich unmöglich beantworten. Definitiv beides.

      5. Cocktail trinken oder Party machen?
      Kann man das getrennt von einander?

      6. Vanille oder Schoko?
      Schoko. Gegen Vanille hab ich aber auch nix – außer als Duft in Kerzen, Cremes oder Wunderbäumen.

      7. In welcher Stadt würdest Du gerne leben?
      Mhm. Eigentlich will ich nach Berlin ziehen. Seit ich mich aber von meinem Freund dort getrennt habe, ist der Plan ein bisschen weniger aktuell geworden. Im Moment finde ich es hier in Bremen auch ganz okay.

      8. Welches ist Deine Lieblingsmahlzeit?
      Ich esse ziemlich viele Pilze. Am liebsten Pfifferlinge, Austern- und Steinpilze. Kräuterseitlinge finde ich auch extrem lecker. Ansonsten liebe, liebe, liebe ich Artischocken und Kirschen.

      9. Wen würdest Du gerne einmal treffen?
      Einen Mann für mich.

      10. Wo warst du letztes Jahr im Urlaub?
      In Bayreuth bei den Festspielen.

      11. Was wolltest Du schon immer einmal loswerden?
      –> Siehe meine Blogposts.

  3. eine Piratin die Kunst und Oper mag – und gerne lecker isst … warum nicht? ;-)
    ich fand deinen Text interessant.
    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

  4. Hallo Sarah-Maria,
    all Deine Texte gefallen mir exzellent, seitdem Du Deine drei alten Blogs zu einem neuen zusammengelegt hast. Deine Texte waren natürlich vorher schon toll, nun steckt aber – meine ich – noch mehr Gefühl drin. Das bringt sehr viel Bewegung in die Texte und ich fühle prompt mit. Ich werde in jede Situation haut nah hinein versetzt. Wahrscheinlich fließt da auch alles ein, was Du in der Schreibwerkstatt gelernt hast. Zum Text „Werde ich jetzt Piratin ?“: ich bin eigentlich eher unpolitisch, ich meckere zwar gerne an den Regierenden herum und was in unserer Demokratie alles schief läuft (siehe meine Posts), aktiven Protest – so wie Du in Gorleben – daran habe ich mich nie beteiligt. Dafür verdienst Du meine Hochachtung. Genauso Dein Wille, von der Basis aus über Parteien etwas ändern zu wollen. Meiner Meinung nach ist das größte Manko aller Demokratien, dass die Wähler aus der Masse kommen und dass die Masse häufig das Bildungsniveau von Bild-Zeitung, Express, Gala, Neue Post usw. hat. Da kommt es immer wieder zu Absurditäten, dass auf einer politischen Ebene Themen durchgesetzt werden, die die Menschen an der Basis eigentlich nicht haben wollen. Aufgegriffen aus der Lokalpresse, habe ich mich bisweilen auch mit dem einen oder anderen Thema aus dem Rheinland befasst, das in diesen Kontext hinein fällt (z.B. Posts 15.1.2013, 7.1.2013, 9.11.2012, 6.11.2012; Themen: kurzsichtiger Brückenbau, freie Republik Platania, Wesseling oder größenwahnsinnige Baustelle … ). In meinem Blog bin ich momentan relativ gemischt unterwegs, dass ich auch die schönen Dinge zeige, so dass diese kritischen Beiträge evtl. untergehen.

    Gruß Dieter

    • Ach Dieter. So viel Lobpinselei läd zwar ein zum drin Baden – aber bekommt mir auf Dauer sicher nicht gut. ;)

      Ich glaube eigentlich nicht daran, dass die Masse dumm ist – ganz im Gegenteil: Wären die Menschen dumm, wäre das systematische Vorenthalten von Informationen und die andauernden Entscheidungsprozesse hinter schalldichten Türen, komplett unnötig. Die Menschen werden dumm gemacht. Es wird einem ständig suggeriert, dass man ohnehin nichts ändern kann. Das funktioniert prächtig als selbsterfüllende Prophezeiung: Wenn ich dran glaube nichts ändern zu können, unternehme ich auch nichts, um etwas zu ändern -> Entsprechend ändert sich auch nichts.

      Schlagwort: Erlernte Hilflosigkeit
      http://de.wikipedia.org/wiki/Erlernte_Hilflosigkeit

      Die meisten Menschen benehmen sich in dem Moment verantwortungsvoll, in dem sie Verantwortung haben. Das funktioniert im Kleinen und Privatem genauso, wie in der Politik: Sobald man gefragt wird, mitentscheiden soll, macht man sich Gedanken, informiert sich, diskutiert und bildet sich eine Meinung. Etwas, das man vielleicht auch erstmal trainieren muss – wie alle anderen Dinge im Leben auch. Trainingsbedarf sieht vielleicht auf dem ersten Blick wie Dummheit aus – aber ich denke, es ist ein riesen Fehler das zu verwechseln.

  5. Pingback: Von Blumen, Bier und Parteitagen | Sarah Maria

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