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Weihnachtskekse

Pfotenkekse aus Mürbeteig

Ich habe gebacken. Und zwar Weihnachtskekse. Besser spät als nie, dachte ich mir – und am besten mit Schokolade. Deswegen gab es auch beide meiner auserkorenen Keksvariationen mit Schokolade oben drauf. Als Finish – sozusagen.

Backen ist hier bei uns im Hause so eine Sache für sich; – und diese jene Sache lässt sich recht einfach identifizieren: Es ist der Ofen. Der ca. 30 Jahre alte Ofen. – Den uns der Vormieter zusammen mit einer Aufzählung von Dingen, die nicht, nicht richtig oder nur unter bestimmten Umständen funktionieren, hinterließ. Damals hat der Herr S. hier noch alleine gewohnt und seine Ansprüche in Sachen Herd beschränken sich beim Einzug auf eine funktionierende An-und-Aus-Option. Entweder/ Oder. Null oder Eins. Sozusagen. Denn ihr wisst ja: Der Herr S. ist äußert denkverbunden mit allerlei Computer-Dingen.

Dass sich in Sachen Herd allerdings eine gewisse Abstufung zwischendrin, zwischen Eins und Null empfiehlt, wurde ihm sehr schnell, sehr augenscheinlich: Denn selbst TK-Pizzen gelingen in dem Ofen nur mit einigen ausgebufften Tricks und gutem Zureden und meistens eigentlich gar nicht. Wir haben nämlich ausschließlich Oberhitze. Und diese wiederrum als Null oder Eins/ An- oder Aus-Option. Abstufungen in Sachen Hitze gibt es nur, sagen wir mal: geringfügig bis minimalinvasiv. Entweder Herr Herd bollert volles Rohr. – Oder halt eben nicht.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass das für so ziemlich alle Gerichte durchaus schwierig ist. Außer Auflauf. Aufläufe gehen bestens. Aufläufe sind mittlerweile unsere Spezialität. Aufläufe können wir. Pizzen – wiederrum nicht. Denn die kommen oben verbrannt und unten noch halb roh aus dem Ofen. Genau wie Kuchen, Kekse, Blätterteig, ja: Eigentlich. Fast. Alles. Und über solch‘ Dinge, wie Soufflé oder Baiser, sowie alles andere mit genügend Komplexität, um ein solch‘ exquisites geschriebenes oder aber gesprochenes langes „e“ am Ende verpasst zu bekommen, brauchen wir hier gar nicht erst anfangen nachzudenken.

Aber wir haben natürlich so unsere Tricks, der Herr S. und ich: Die lange, wirklich laaaange Aufwärm-Phase des Ofens kann für Dinge genutzt werden, die nicht so heiß gebacken werden dürfen. Außerdem kann der unerbittlich hämmernde Oberhitzen-Grill etwas entschärft werden, indem das Blech möglichst weit unten positioniert wird. Aber das alles sind nur Feinheiten. Für Fortgeschrittene. Das allein Einzige, das Maß aller Dinge, welches wirklich hilft, ist umdrehen. UMDREHEN. UMDREHN. UMDREHEN! Wie Bismarck einst schon preußelte. Egal ob Kekse, Blätterteigtaschen oder Ofenkartoffeln. ALLES. Ich drehe sogar Muffins um. Und ja! Wir haben es auch schon mit Pizza versucht. Jedoch: Das Ergebnis. War. Nicht. Gut.

Weihnachtskekse_Teig

All diesen widrigen, ich möchte sogar meinen meterhohen, Umständen zum Trotze, haben der Herr S. und ich uns schon im letzten Jahr der Mission „Weihnachtskekse“ gestellt – und konnten zwar kein hervorragendes, aber immerhin doch irgendein Ergebnis in unsere eigens dafür erworbene Keksdose füllen. Wir waren zufrieden.

Dieses Jahr bedurfte es also einer Steigerung!

DER Weihnachtskeks-Klassiker schlechthin durfte selbstverständlich trotzdem nicht fehlen: Der gemeine Mürbeteigkeks (klick -> Rezept). Dieser jene Keks wird bei mir seit ich denken kann alljährlich zu Weihnachten gebacken. Früher konnten meine Eltern im Anschluss zwar regelmäßig die Küche renovieren, aber meine Schwester und ich haben nunmal darauf bestanden. In Sachen Keks-Dekorationsarbeiten waren wir damals nicht nur äußert euphorisch, sondern außerdem recht gründlich: Die quietschbunten Zuckerstreusel (unser unumstrittener Deko-Favorit) waren anschließend nicht nur auf den Keksen. Sie waren genau genommen ausnahmslos überall. So viel überall, dass wir im Anschluss die Küche nur noch in Unterwäsche verlassen durften und uns ohne Umschweife auf direktem Wege in die Wanne zur totalen Einweichung begeben mussten.

Mittlerweile bin ich da zwar durchaus weniger ausufernd expressiv – aber Deko muss natürlich trotzdem sein. Diesmal, wie eingangs schon erwähnt, in Form von Schokolade: Das passt gut zu den kleinen Pfötchen, die ich dort im Shop* bestellt habe. Ich habe zwischen einer Katze, einem Einhorn und eben dieser Pfötchen-Ausstechform hin und her geschwankt – mich dann aber für die Pfötchen entschieden, weil ich mir das in puncto Schoko-Deko hübsch vorgestellt habe. Die Lieferung hat nur zwei Tage gedauert und so konnte ich sogar schneller loslegen, als ich gedacht habe.

Ihr könnt ja mal reinschauen: Es werden dort Angebote von vielen verschiedenen Anbietern zusammengefasst, so dass man sich nicht durch etliche unterschiedliche Shops klicken muss, sondern quasi alle unter einem Dach hat.

 

Pfotenkekse_fertig

Den Mürbeteig habe ich vor der Verarbeitung noch etwas ruhen lassen und ihn dann mit meiner nigelnagelneuen Kuchenrolle ausgerollt. Jene habe ich gestern nach der Arbeit gekauft und war in geschlagenen vier (!) Geschäften, bevor ich fündig wurde. In allen anderen waren Kuchenrollen ausverkauft. Restlos.

Ihr fragt euch jetzt sicher: Womit hat sie’s denn im letzten Jahr gemacht? Womit hat sie ohne Kuchenrolle den Teig geplättet? Das kann ich euch sagen: Seht ihr das Trio dort hinten auf der Tischecke? Ja. Genau.

Jedenfalls: Beim Ausstechen der Pfötchen solltet ihr darauf achten, dass der Teig zwar dünn, aber nicht zu dünn ist, denn sonst ist das Muster nach dem Backen nicht mehr richtig zu erkennen. Tja. Und dann ging’s eben auch schon ans Backen: Sprich eine ausgebuffte Choreografie aus Ofen hochschalten, Ofen wieder ausschalten, Blech mittig einschieben und Blech weiter unten fertig backen, folgte. Und. Umdrehen. Natürlich.

In Sachen next Keksback-Level habe ich mich außerdem noch an den Kokosmakronen von Nadine versucht (klick -> Rezept). Das Rezept habe ich mengenmäßig halbiert und die Sache mit der Schokomulde zudem gar nicht erst probiert. Denn, ihr ahnt es sicher schon: Die Kokosmakronen mussten im Ofen natürlich ebenfalls kopfüber gedreht werden – und damit wäre ohnehin jedwede Mulde der Schwerkraft gewichen. Ich habe sie nach dem Backen also ganz einfach mit Schoki beträufelt. Danach haben noch die Pfötchen mit Hilfe eines Küchenpinsels ihren Schokoanstrich bekommen.

Und. Fertig!
Ich bin begeistert! :)

 Kokosmakronen_Weihnachten

* Vielen Dank an Netzshopping.de für die Unterstützung zu diesem Beitrag! <3

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