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Im Park links der Weser

„Park links der Weser“: Ja, der heißt so, der Park. Es gibt hier in Bremen auch ein Krankenhaus, das „Krankenhaus links der Weser“ heißt. Und sogar auch ein Stadtteil namens „Schwachhausen“. Ein Viertel heißt ganz offiziell „Viertel“, ein anderes „Radio Bremen“.

Jedenfalls. Im Park links der Weser waren Herr S. und ich am Sonntag spazieren. Laut Wikipedia ist der Park mit 239ha der größte in ganz Bremen und außerdem noch so ganz anders, als der zentrale Bürgerpark in der Mitte der Stadt. Dreh- und Angelpunkt des Parks ist nämlich ein Netz aus vielen großen und kleinen Flussarmen der Ochtum sowie eine Marschenlandschaft, mit künstlich angelegtem Kanalsystem.

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Und genau das macht den Park gleichzeitig typisch für die Region, aber eben auch untypisch für einen städtischen Park, denn er wirkt so überaus natürlich. Man könnte fast meinen, man wäre so richtig in der Natur. Oder wenigstens irgendwo auf dem Dorf. Jedenfalls nicht mitten in Bremen. Doch dank Flughafennähe ist man diesem Trugbild ohnehin nicht allzu lang verfallen, denn alle paar Minuten schwebt ein Flieger einigermaßen tief über die Landschaft hinweg.

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Links auf dem Bild ist einer der Aussichtshügel zu sehen. Ja, hier in Bremen nennen wir so was schon fast Berg. Rechts eine Brücke, die über einen der vielen kleinen Kanäle führt. Allerdings sei hinzugefügt, dass viele Bereiche des Parks komplett gesperrt und ohne Wege sind, denn in der Mitte befindet sich ein riesiges Wiesenvogelschutzgebiet.

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Dummerweise kennen wir uns beide nicht sonderlich gut aus in Sachen Vögel. Daher konnten wir nur mit der (Handy)Kamera ranzoomen und raten. Im Fall der Dame oder aber des Herren in der Mitte des Bildes haben wir uns für Graugänse entschieden. – Was sich allerdings als falsch herausstellte. Es sind Nilgänse. Ja, vom Nil. Ursprünglich jedenfalls. Mittlerweile haben sie sich in vielen europäischen Städten niedergelassen. Neben diesen Herrschaften gibt es im Park links der Weser noch Möwen, Störche, jede Menge verschiedene Enten, Reiher, Kiebitze, Stezlen, Kelchen und hier geht es zur Bewohner-Liste der Parkwebsite.

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Nach dem Spaziergang stand für mich am Abend noch Theater auf dem Programm. Genauer gesagt Tanztheater: „Close your Eyes“ vom großartigen Choreografen Samir Akika. In dem Stück geht es um Traumbilder – um getanzte Verlängerung der Träume. Und da ich vor einiger Zeit in dem Stück Funny how! Samir Akika als Choreografen sehr schätzen gelernt habe, hielt ich diese Stückwahl für eine gute Idee.

Was sich prinzipiell auch bewahrheitet hat, es gab viele sinnstarke Bilder und Szenen. Doch Teil des Konzeptes war leider auch viel Kunstnebel. Wirklich viel Kunstnebel. So viel, dass das Publikum bereits nach einer guten Viertelstunde mit starkem Reizhusten zu kämpfen hatte und ich gegen Ende des Stücks eigentlich nur noch eins wollte: Endlich Luft!

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