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Von der Plastikflasche zur Schlepperei

Umwelt - Brücke in Bremen
„Wenn Sie diesen Film gesehen haben, werden Sie nie wieder aus einer Plastikflasche trinken“, so das „Versprechen“ zu Beginn des Trailers. Ach. Ja…. Jaaaa. Denkt man sich. Wir sind ja tragischerweise so einiges gewohnt: Antibiotika im Essen. Gammel in allen erdenklichen Facetten. In der EU sind insgesamt 320 Zusatzstoffe zugelassen. Mirabellentees ohne Mirabellen, 1% Spinat in Knorrs „Nudeln mit Spinat“. Und, ach, Pferdefleisch, Dioxin, BSE, Legebatterien. Orangenplantagen auf denen die Arbeiter gleich mitgespritzt werden und das ganze große Gen-Essen-Thema gibt’s auch noch. Alles schlimm. Alles Mist. Und trotzdem bauen wir nicht die ganze Küche um. Bio-Eier klar, die anderen kauft ja nun wirklich keiner mehr – und auch sonst hat jeder von uns hier und da was umgestellt. Wenn’s halt gerade passt. Unbequem stellenweise geht auch noch irgendwie klar, ein bisserl teurer auch noch. Chemie in Cremes machen die meisten von uns ja ohnehin schon längst nicht mehr mit – und kaufen 2 EUR teurere Naturkosmetik. Aber Glasflaschen? Echt…. Jetzt…. Und ja: Ich kann euch versprechen, das ist eine Riesen-Schlepperei! – die ich nun ungelogen seit einigen Wochen eiskalt durchziehe. Oft zu Fuß. Plastikflaschen sind raus. Geht nicht mehr. Seitdem habe ich nie wieder aus einer getrunken. Slogan stimmt.

Hier geht’s zum Film. Hier zur Website.

Horror pur: Eine Unternehmenssprecherin einer Plastik-Fabrik lehnt ab aus einer Plastikflasche zu trinken: Mit den Worten, sie möge kein Wasser. Vor laufender Kamera. Weiter: Die Hersteller von Plastikflaschen wissen gar nicht über die genaue chemische Zusammensetzung ihres anglieferten „Roh-Plastiks“ Bescheid. Betriebsgeheimnis. Ein Inhaltsstoff ist z.B. Tributyltin, welcher weiblichen Wellhorn-Schnecken Penisse wachsen lässt. Mittlerweile ist es sogar so, dass Tributyltin, aber auch Bisphenol A und Phthalate in unser Umwelt und auch in unseren Körpern nachweisbar sind. Und um dazu mal eines von vielen, vielen möglichen Schock-Zitaten rauszuhauen: „In Belchers Tierversuchen entfaltete Bisphenol A wenige Minuten nach Verabreichung eine verheerende Wirkung: Sie stoppte den Signalweg des weiblichen Sexualhormons Östrogen und damit die natürliche Entwicklung der Gehirnzellen – unabhängig vom Geschlecht der Tiere.“ (nachzulesen hier) Bisphenol A ist in Dänemark bereits verboten. Unsere Regierung hat das bisher noch nicht auf die Kette bekommen. (–> P.S.: Morgen ist übrigens Wahl….)

Im Meer befindet sich 6x mehr Plastik als Plankton. Unabhängig vom Film habe ich vor ein paar Monaten einen Artikel über einen gestrandeten Wal gelesen, der an 17kg Plastikmüll verendet ist. In dem Artikel heißt es, dass sein Darm quasi explodiert sei. In den Meeren schwimmen diverse riesige Plastikstrudel, dessen Ausmaße und vor allem dessen Plastik-Dichte offenbar nicht genau bekannt sind. Ich habe Zahlen von 2x so groß wie Texas, über 16x so groß wie Österreich, bis hin zu so groß wie Mitteleuropa gelesen.

Der Film hat bei mir eine ziemlich ausgeprägte Endzeitstimmung hinterlassen.

Versucht nur ein einziges Mal im Supermarkt einen Einkauf ohne Plastik zu erledigen. Unmöglich. Wenn nur 2/3 aller eurer Produkte, die ihr auf’s Band legt plastikfrei sind, seid ihr schon echt gut dabei. Milch in Glasflaschen bekommt man in keinem einzigen Supermarkt in meinem Dunstkreis. Ich kauf jetzt immer die von Demeter im Reformhaus. Hat den überaus hervorragenden Nebeneffekt, dass ich ein echter Milch-Fan geworden bin: Ist ein völlig neues Geschmackserlebnis.

Den Transport von Salaten und Broten zur Arbeit, habe ich jetzt mit Bio-Plastik gelöst. Dort bin ich quasi Großkunde. Ich fand es gar nicht so leicht einen Anbieter mit einer guten Auswahl und erschwinglichen Preisen von Bio-Plastik zu finden. Ja genau: Plastik aus zu 100% nachwachsenden Stoffen und ohne Weichmacher und auch ohne den ganzen anderen Dreck. Ich habe jetzt schon zwei große Päckchen bestellt – verschenke das Zeug auch gnadenlos zu Geburtstagen oder dergleichen. Meine Schwester hat nun auch einen Schwung bekommen – als Gastgeschenk. Da bin ich nämlich gerade zum Katze-Sitten. Sie ist in Vietnam – und derweil haben mein Freund und ich uns hier für eine Woche eingenistet. Einziger Nachteil: Sie wohnt auf einem Berg. Heißt wir spielen jetzt in einem völlig neuen Level, was das Glasflaschenschleppen angeht…

43 Kommentare

  1. Es ist wirklich krass wie viel Plastik man im täglichen Leben braucht. Hin und wieder fällt mir das zwar auch auf, muss aber ehrlich sagen dass ich das meistens ignoriere. Noch wohne ich aber auch daheim. Ich mache mir zwar über vieles Gedanken, lebe aber einfach weiter wie ich die ganze Zeit schon gelebt habe. Aber sobald mein Freund und ich zusammen ziehen sollten, werden wir definitiv einiges ändern. Ob ich von Plastikflaschen zu Glasflaschen wechseln werde, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Denn ich bin einfach kein Fan von Glasflaschen und Volvic schmeckt mir einfach am besten. Aber dieses WasserMaxx was miss.mimimi ansprach werden wir uns aufjedenfall (von einer anderen Marke) holen! Keine Plastiktüten mehr. Intensiver im Bio-Geschäft einkaufen (auch wenn es teurer ist). Müll sehr genau trennen. Weniger Fleisch essen und dann auch nur vom örtlichen Metzger und so weiter…. Ich bin eine Person die viel auf Nachhaltigkeit und Umwelt Wert legt. Bloss bringt es nicht viel, wenn die Eltern nicht so denken und das Einkaufen, was gut und günstig ist. Aber wir werden das definitiv besser machen. Hoff ich zumindest.

    • finde ich auf jeden fall gut, dass ihr das vorhabt! bio einkaufen ist zwar teurer, aber wenn man bedenkt, dass die deutschen im europäischen vergleich ohnehin verdammt wenig für lebensmittel ausgeben und dann auch noch ewig viel im kühlschrank vergammeln lassen, sollte man sich das vielleicht mal zu herzen nehmen. – und sich beim kauf der 49 cent milch durch den kopf gehen lassen, unter welchen bedingungen die tiere gehalten werden müssen, dass so ein preis zustande kommen kann…. ;)

      was das plastik angeht, habe ich leider die erfahrung gemacht, dass man durch den einkauf von bio-lebensmitteln mitunter noch mehr plastik-müll im einkaufskorb hat, weil nicht wenige supermärkte ihr bio-gemüse in plastik einschweißen. echt verrückt! wozu braucht eine gurke eine komplette plastikhülle?! raff ich nicht…. :/

  2. urgs, das klingt ja lecker :-/
    Wir haben uns vor einiger Zeit so einen Britta-Filter zugelegt.. weiß nicht, ob das so optimal ist, aber immerhin schon mal keine Plastikflasche mehr.

    • mhmm…. kenn ich. aber irgendwie hat mich das nie so richtig überzeugt. das leitungswasser schmeckt damit immer noch wie vorher. – und ich muss auch zugeben, dass ich mich langsam aber sicher zu einer art wasser-gourmet entwickel. ;)

      – kauf dir mal ein/zwei wässerchen aus glasflaschen. das ist ein völlig neues geschmackserlebnis. extrem lecker!

  3. Kann nicht oft genug an die Leute weitere gegeben werden, was hier mit unserer Umwelt passiert … … Hut ab vor Deinem konsequenten Handeln. Und ich bin überzeugt, dass Du damit den einen oder die andere inspirierst zum Umdenken. Ich vermeide Plastiktüten, wo immer es nur geht und wenn dann doch welche dabei sind habe ich Streifen daraus geschnitten und Blüten und zur Weihnachtszeit natürlich Sterne gehäkelt. So wird das Plastikmaterial wenigstens noch weiter verwendet …

    Herzliche Grüßle von Heidrun

    • haha. häckeln mit plastiktüten – auch eine idee! :)
      – ich hab mir schon vor jahren angewöhnt, immer einen einkaufsbeutel in all meinen handtaschen zu haben. nimmt ja kein platz weg, und wenn ich zwischendurch was einkaufen will, hab ich immer eine dabei. so komm ich gar nicht erst in die verlegenheit eine plastiktüte zu nehmen.

  4. Dieser Artikel macht wirklich sehr nachdenklich, wobei ich mir ständig um solche oder ähnliche Dinge Gedanken mache. Wir hatten schon einige Zeit einen Trinkwasser-Sprudler, aber auch dann kommt die Frage, wie sauber ist unser Trinkwasser wirklich. Unsere Milch kann ich über meine Bio-Hof-Kiste bestellen, aber ist viel teurer, als der Tetrapack. Also mache ich das nur gelegentlich. Ich versuche, in Läden keine Plastiktüten mitzunehmen und ernte teilweise komische Blicke bei den Verkäufern, aber auch da ändert sich das Bewußtsein gerade. In Amerika gibt es nur Papiertüte und nochmals Papiertüte…Ich habe mal meinen Bio-Müll in Maisstäreketüten zwischen-gesammelt, bin aber davon abgekommen, da auch nach 2 Jahren im Kompost nur ungenügende Verrotung zu erkennen war.

    Einen schönen Tag
    LG Sigrun

    • solche maisstärke-beutel habe ich auch. ich benutze sie derzeit für den normalen restmüll. einen komposter habe ich leider nicht….

      und immer pack‘ ich das auch nicht bio zu kaufen. ist dann doch zu teuer…. bei der milch bin ich da aber, seit ich den film gesehen habe, total straight. die ganzen giftstoffe im plastik haben mich dermaßen auf kurs gebracht, dass ich lieber keine milch trinke, als welche, die mit plastik vergiftet ist.

  5. Obwohl wir momentan vorwiegend Gemüse kaufen, haben wir auch hier wahnsinnig viel Plastikmüll… Eigentlich kann man es ja auch kaum vermeiden Produkte zu kaufen die nicht in Plastik eingepackt sind. Nudeln, Reis und Co. zum Beispiel.
    Es ist echt wahnsinnig erscheckend, was alles so im Plastik für schädliche Stoffe drin sind, aber hier sind wir wohl leider an die Lebensmittelindustrie gebunden.

    Und danke für deinen Kommentar. Ich finde es wahnsinnig krass, dass du noch nie Fleisch gegessen hast! Und vor allem, dass du noch nie mal den Drang gespürt hast, welches zu probieren. Finde ich auf jeden Fall bewundernswert :-)

    Liebe Grüße
    Lupa

    • na ja, ich sag mal so: was ich nicht kenne, kann ich auch nicht vermissen. ;) – genau genommen habe ich es wohl am leichtesten, denn ich verzichte ja nicht auf etwas, was ich zuvor gerne gegessen habe…..

      und ja, ich find’s auch krass. ich versuche plastik zu vermeiden, aber wenn man nicht den halben tag mit einkaufen verbringen will, hat man da keine chance. ich kaufe daher auf vorrat: mais und tomaten-matsche aus gläsern bekommt man ja noch ganz gut, pasta in papier-kartons auch. aber wenn’s z.b. um kokos-milch oder tofu geht, hat man keine chance. leider. :/

  6. Was für ein hervorragender Blogeintrag! Hat mich gerade bewogen, mal nachzuschauen, weil ich mich zu erinnern glaubte, dass Bisphenol A in in Deutschland hergestellten Plastikflaschen nicht mehr drin ist. In PET ist es auch nicht drin, hormonell belastet scheinen die Dinger trotzdem zu sein. Hier in Schweden gibt es leider kein Mineralwasser in Glasflaschen, was ich sehr bedauerlich finde. Die Flaschen sind immerhin Pfandflaschen – sie werden zusammengequetscht, gemahlen, verschmolzen, zu kleinen Röhrchen verarbeitet, die dann aufgeblasen werden. Sie landen also immerhin nicht im Meer, aber das ist nur ein kleiner Trost. Also bleibt mir nur, doch wieder so ein Sprudelding zu kaufen und dann sofort in Glas umzufüllen, die Sprudler gibt’s hier nämlich auch nur mit Plastikflaschen und wenn ich ein Gerät in D kaufe, passen die Patronen nicht. Bleibt die Frage, was alles so an Hormonen im Leitungswasser schwimmt, Hormone aus Antibabypillen filtern gewöhnliche Kläranlagen z.B. meines Wissens auch nicht raus. Ansonsten versuche ich auch so plastikfrei wie möglich einzukaufen, aber das ist nahezu unmöglich. Lose Waren gibt es ja kaum und selbst auf dem Markt wird alles in Plastik verpackt. Am liebsten hätte ich einen großen Garten und würde alles selbst anbauen.

    • jaaaa. das denke ich auch oft: am besten nur noch selbst anbauen!
      bei den ständigen lebensmittelskandalen kommt man gar nicht mehr mit. – und ständig taucht eine andere sache auf. ich fühl‘ mich da auch sehr von der regierung verarscht. ich meine, immerhin ist es deren aufgabe, um nicht zu sagen berufs-pflicht, dafür zu sorgen, dass nur unbedenkliche stoffe verarbeitet werden…. statt dessen lassen sie sich offenbar von der industrie schmieren, anders kann ich mir zumindest nicht wirklich erklären, wie es sein kann, dass erwiesenermaßen schädliche stoffe, immer noch nicht verboten sind.

      ich hab grad nochmal ein bisserl gegoggelt: bisphenol a ist in deutschland leider bisher nur in babyflaschen verboten….. hier ist z.b. auch noch ein artikel von diesem sommer zu einer neuen erschreckenden studie zum thema bisphenol a:

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2152199/

  7. Liebe Sarah-Maria, ja, dieses Endzeitstimmungsgefühl kann ich so gut nachfühlen. Bisher bin ich noch nicht auf Galsflaschen umgestiegen, aber das wird der nächste Schritt. Ich weiß nicht, ob es derselbe Film ist, den ich mal gesehen habe, in dem erklärt wurde, die zunehmende Fettleibigkeit in unseren Breiten habe ebenfalls mit den Weichmachern im Plastik zu tun. Sie wirken sich in einer Weise auf den Hormonspiegel aus, die in Gänze noch gar nicht untersucht ist. Dass es Bio-Plastik geben könnte, sah ich vor 30 Jahren mal in einer Fernsehsendung. Aber angeblich gibt es noch kein flüssigkeitsresistentes Bio-Plastik (So „dm“, wo ich mal angefragt habe, ob sie nicht ihr gesamtes Waschmittelangebot in Bio-Plastik verpacken könnten oder auf Weinschlauch-ähnliche Verpackungen umsteigen. Sie meinten, ich könne doch das Plastik in ihrer hauseigenen Plastiksammelstelle entsorgen – ich will aber nicht entsorgen, sondern Plastik mehr und mehr vermeiden). Vielen Dank auf jeden Fall für diesen Blogeintrag und für den Bio-Plastik-Link, da werde ich mich umschauen.
    Beste Grüße Pepe

    • das mit der fettleibigkeit kommt in dem film nicht vor – ist also wohl ein anderer….. erschreckend! kommt mir aber logisch vor, da sich ja die hormonspiegel permanent verändern…..

      das bioplastik, das ich dort bestellt habe, ist wasserfest, man kann es sogar in die spülmaschine stellen – sofern man eine hat. ;) eine allheil-lösung ist es leider trotzdem nicht: ist halt ein ähnliches problem, wie mit bio-diesel: irgendwie und -wo müssen die ganzen nachwachsenden rohstoffe, die für die herstellung gebraucht werden, halt auch angebaut werden…. aber hier und da, ist es halt schon praktisch. :)

  8. Nun komme ich endlich mal dazu bei dir zu schauen – und freue mich! Danke für den informativen Beitrag. Den Film schaue ich immer mit meinen Erzieherschüler/innen an…, jedes Mal Entsetzen, aber sich zu überwinden und was anders zu machen, ist dann noch mal ein nächster Schritt, den nicht jeder gehen mag, meist aus Bequemlich- oder Gleichgültigkeit. In Bezug auf Plastik gibt es schon skurrile Dinge. Z. B. wird in Gemeinschaftsküchen mit Plastikbestecken in oberheißen Töpfen herumgerührt, weil Metall die Töpfe kaputt macht und Holzlöffel unhygienisch sind… Das viele Billigplastikspielzeug ist eine Katastrophe, auch in Kitas. Kannst du dich an die Film-Szenen in der chinesischen Firma mit den Bällen erinnern? Im März habe ich auch mal einen Beitrag zum Thema Plastik verfasst: http://jahreszeitenbriefe.blogspot.de/2013/03/fisch-am-karfreitag-gedanken-um-einen.html. Ich trinke seit Jahren nur noch Leitungswasser (von dem ich allerdings auch weiß, woher es kommt). Lieben Gruß, und ich werde weiter bei dir lesen ;-) gh

    • hey, danke für den link! da klick ich gleich mal vorbei….
      ich selbst änder‘ auch nicht immer gleich alles – zugegebenermaßen auch aus bequemlichkeit. aber das mit dem plastik finde ich so ungeheuerlich, dass ich z.b. getränke aus plastikflaschen auch gar nicht mehr runter bekomme. da trinke ich lieber nix….

  9. Krass..
    Ich meine, man hat schon des öfteren gehört, dass Plastikflaschen nicht unbedingt nur gut sind, aber mir fehlen gerade die passenden Worte. Das ist alles in allem wirklich heftig!
    Ich bin gerade auf der Website unterwegs und schaue mir im Nachgang den Film an.

    toller Beitrag!!! Ich finde es klasse, dass du über so was wichtiges schreibst! Weiter so – sowas braucht die Welt!!

    Alles Liebe,
    Marlene

    • ….kann ich gut verstehen! mich hat das alles auch komplett umgehauen! in dem ausmaß war mir das komplett neu. – und ich find’s krass, dass das ganze thema immer noch so unbekannt ist. – ich meine, ich wusste es ja bis vor kurzem auch nicht.

  10. Anonymous sagt

    Schön, wenn sich so ausführlich mit dem Thema Kunststoff mit Lebensmittelkontakt auseinander gesetzt wird. Da ich beruflich nahezu ausschließlich mit Kunststoffen zu tun habe, geht mir an der Stelle gern mal ein bisschen das Messer in der Tasche auf. Ich empfehle an der Stelle google oder andere Suchmaschinen:

    1. die in D erhältlichen „Plastikflaschen“ sind in aller Regel aus PBT oder aus PLA. Bei PBT gibt es keine technischen Grund, warum das jemals mit BPA in Kontakt gekommen sein sollte.
    2. Tributyltin ist ein Biozid, das bis vor einigen Jahren als Bootsanstrich zulässig war .. in Kunststoffen kommt das äußerst selten vor. Ich konnte auch keine Quelle finden, wo der Stoff in PBT verbaut wurde

    Woher wissen Sie, dass bei den Plastikdosen für Lebensmittel Weichmacher drin sind und in den anderen nicht? Was soll denn das für Bio-Plastik sein? Eine Quelle wäre hier schon schön, ich lerne gern dazu wo welche Weichmacher drin sind. Klingt für mich nen bisschen nach Glutamatfrei, nur weil Hefeextrakt drin ist.

    Nichts für ungut.

    • Ich hab mal fix einen Link vom Bundesinstitut für Risikobewertung rausgesucht, den ich oben in den Kommentaren auch schonmal irgendwo gepostet habe – glaube ich jedenfalls. ;) : http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_bisphenol_a_in_verbrauchernahen_produkten-7195.html Da steht z.B.:

      „Die chemische Substanz Bisphenol A ist in Produkten aus Polycarbonat enthalten, unter anderem in Behältern und Flaschen für Lebensmittel und Getränke. Auch für die Herstellung von Innenbeschichtungen von Getränke- und Konservendosen wird Bisphenol A eingesetzt. Eine weitere Quelle für Bisphenol A sind Thermopapiere, auf die beispielsweise Kassenbons, Fahrkarten oder Parktickets gedruckt werden.“

      Und was genau in welchem Plastik drin ist, weiß ja eben keiner, das ist ja das bzw. eines der Probleme, die in dem Film behandelt werden. Die genaue chemische Zusammensetzung fällt unter das Betriebsgeheimnis…..

      Das Bio-Plastik gibt’s unter dem Link oben im Text zu kaufen. Dort gibt es auch genauere Infos dazu. z.B. dort: http://www.biobay.de/content/6-bioplastik Bioplastik ist für mich persönlich vor allem deshalb interessant, weil es aus nachwachsenden Rohstoffen ist, ganz im Gegensatz zu „normalen“ Plastik. Und eben ohne die gesundheitsschädlichen Weichmacher auskommt.

    • Anonymous sagt

      Im zweiten Absatz steht klar, „Bisphenol A ist in Produkten aus Polycarbonat enthalten“ … Für Konservendosen etc. stimmt das natürlich. Wasserflaschen in Deutschland sind (ausgenommen einige der großen Packungen für so Wasserspender) aber aus Polyethylenterephthalat (PET), und in dem ist beim besten Willen kein Bisphenol A drin.

      Das man Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen herstellt finde ich auch super. Da bei Biodora aber steht, dass das Öl genauso zu Kunststoff verarbeitet wird wie normales fossiles Öl, ist aber anzunehmen, dass ein „solcher“ normaler Kunststoff auch keine Weichmacher enthält.

      Schwach finde ich offen gestanden, dass da nicht mal steht um welche Art Kunststoff es sich handelt. Das wäre Verkehrsmitteln so, als würde ich immer von Fahrzeug sprechen ohne zu sagen ob ich ein Fahrrad, ein Moped, einen LKW oder ein Boot meine. So ist für mich nicht nachvollziehbar um was es sich handelt.

      schöne Grüße K

    • Nein, eigentlich nicht. PET ist nur eine mögliche Form von Plastikverpackung. – Zumindest hier bei mir im Supermarkt gibt es bei weitem nicht nur PET-Flaschen. – und PET steht mittlerweile auch schon im Verdacht homonähnliche Substanzen an den Inhalt weiter zu geben. Bisphenol A ist dort nicht enthalten, aber halt auch nur eines der möglichen Übel….. Welche es alle gibt, weiß halt keiner so ganz genau, weil die Forscher was die genaue Zusammensetzung des Plastik von unterschiedlichen Herstellern angeht die Nadel im Heuhaufen suchen…. Aufgrund des Betriebsgeheimnisses wissen sie schlichtweg oft nicht, was alles drin. Für mich ehrlich gesagt Grund genug einfach alle unter Generalverdacht zu stellen.

      In den Artikel den ich verlinkt habe geht es ganz allgemein um Bio-Plastik – und was darunter alles verstanden werden kann. Dort wird z.B. auch gesagt, dass Firmen wie Coca Cola mittlerweile auf Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen zurückgreifen. Ich nehme an, das ist das was du meinst?

      Das genau macht aber Biobay nicht. Da steht explizit, dass es sich nicht um normales Plastik handelt. Wenn man ein Produkt aufruft, z.B. die Saftpresse, steht da in der Produktbeschreibung: http://www.biobay.de/kuche/17-zitronenpresse-9120029716759.html

      „Die nachhaltige Alternative zum normalen Kunststoff.
      – auf Basis nachwachsender Rohstoffe
      – ohne schädliche Weichmacher
      – ohne Bisphenol A und B
      – CO² reduziert
      – produziert in der EU
      – BIO abbaubar
      – 100% kompostierbar

      [….]

      Biodora-Bio-Kunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen
      sowie Mineralien und Wachsen hergestellt.

      Biodora-Bio-Kunststoffe sind kein Plastik, Sie sind frei von schädlichen Weichmachern! Die Biodora-Produkte sind bioabbaubar.Die Zersetzung hängt von der Materialdicke, dem Bakterienstamm,sowie der Temperatur im Kompost ab und hat eine Dauer,von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren.Aber keine Sorge – in Ihrer normalen Küchenumgebung beginnt kein Zerfallsprozess. Dazu braucht es den Bakterienstamm, der auch im funktionierenden Kompost vorkommt, und eine Temperatur von 60 °C. Ohne diesen Bakterienstamm sind die Biodora Produkte bis zu 95 °C hitzebeständig. (beachten Sie bitte die Angaben auf der Verpackung)“

  11. Durch zufall bin ich hier gelandet und WAs lese ich??
    Wir schleppen auch wieder Glasflaschen, haben sogar seit 10 Monaten eine eigene Wasserleitung für Trinkwasser, sprudeln selbst und meiden Plastik wo es geht.Bei meinem Jüngsten Sohn wurde vor mehr als
    über einem Jahr Weichmacher im Körper gefunden, die weit über der Grenze liegen und ihm somit Lernschwierigkeiten machen, seit her bin ich hier am Umstellen, die Lock&Lock Dosen sind BIS frei,
    gibts nun auch für die Truhe, eine Schublade in der Küche habe ich nun auch Plastik frei und als ich
    las, dass Cola, also die Säure an(in) den PLastikflaschen so einiges löst, trinke ich nur das zero nur
    noch aus Flaschen, die können dir alles in Glas bestellen, wenn sie wollen, denn komischer WEise
    sagen dir alle Händler im vertrauen, das Getränke in Plastik noch die das wahre waren. Der große
    Plastikhersteller äußert sich auch nicht , wie sein Plastik beschaffen ist, auch auf mehrfaches Nachfragen
    nicht, Konservendosen nutzen wir nicht, da wir im Bioladen einkaufen und dort habe ich die Wahl ob ich
    in Plastik oder Papier einpacke-gottseidank. Somit konnten wir unsere Plastikmüll in einem 5 Personen-
    haushalt von 4-5 auf drei Plastiksäcke reduzieren, mein Ziel wären 1-2 , also ich bin dran und noch lange
    nicht fertig. Pudding usw, mache ich nun komplett selbt und verpacke es dann in Weckgläser, so friere ich auch ein, was geht ihn Gläsern und nun in Lock& Lock.
    Übrigens, das BIS in den Plastikflaschen löst sich durch wärme und Sonneneinstrahlung, das wissen auch die wenigsten Verbraucher, also immer in den Schatten damit und auch nur im Kontakt mit Fett, Nudeln in Plastik ist nicht so tragisch – also alles was trocken ist. Am schlimmsten Eis, Wurst und Käse, Margarine usw. Nun gehn wir eben zum Metzger, da darf ich Gefäße mitbringen und er weiß auch, was er in die Wurst macht. Wenn man das Beachtet, hat Frau schon halb gewonnen, man muss einfach auch nur mal drauf achten, was man wie einkauft.
    LG Manu

    • entschuldige bitte, dass ich jetzt erst antworte. :/
      eine eigene wasserleitung? wie macht man das denn? – und warum? ich ahne schon schlimmes: ist in den „konventionellen“ etwa auch jede menge fieses plastik….?

      generell finde ich krass, was du schreibst: eben das die grenzwerte bei deinem sohn schwubs, einfach so, weit über der grenze lagen. ich finde, das zeigt nochmal extrem, wie viel handlungsbedarf es von seiten der regierung gibt – und vor allem, wie viel da versäumt wurde! da denkt man nix böses, kauft ganz normal ein und zack hat man jede menge gift im körper.

      das mit den weckgläseren gewöhne ich mir auch gerade an – musste mir erstmal welche besorgen, weil ich so was gar nicht zu hause hatte. das ist auf jedenfall ein guter tipp! :)

    • Wir haben nun gut ein Jahr einen Wassertank im Keller mit Filter, somit haben wir keine Keime mehr im Wasser, keine Medikamentenrückstände, keine Weichmacher, der ph-WErt wird richtig eingestellt
      Nach einem Test kam raus, dass wir so richtiges sch….Leitungswasser haben, das auch mindestens 3x im Jahr gechlort werden muss, weil sich wieder Keime darin befinden.
      Und das mit den Gelben Säcken haben wir geschafft, manchmal stellen wir nur noch 1 bis 1,5 an die Straße….
      Achja und je nachdem WIE alt die Wasser
      leitungen sind, kann ich nur sagen, lecker was sich das alles
      lösen kann…
      Übrigens von wegen das Fisch gesund ist, die schwimmen mit den Plastikflaschen im Meer und so essen wir die Weichmacher mit…weil im Fisch sind sie erst recht:
      LGManu

  12. Hi du da…
    Ich habe gerade alles gelesen und bin beeindruckt.Wir kaufen zuhause auch fast alles in Glasflaschen…schlimm ist unser Leben geworden nicht war?Wo sollen wir hin?Ist traurig…
    Ich wünsche dir ein schöne Woche.Bussi.Luciene.

    • oh ja. das gefühl kenne ich: ich fühle mich auch sehr oft angesichts der ewig vielen, riesigen, gar nicht mehr aufzählbaren ungerechtigkeiten wie gefesselt: weil es so sinnfrei erscheint mit tropfen gegen heiße gesteinsgiganten zu arbeiten….

  13. Klingt krass… irgendwie hab ich mich noch nie damit auseinandergesetzt. In Plastik kommt man ja irgendwie wirklich nicht vorbei, wie Du schon sagst. Es ist so selbstverständlich und einfach und ich bin da auch sehr gedankenlos, zu einer Plastikflasche zu greifen.
    Geh gleich mal zum Film schauen….und lass Dir einen lieben Gruß da.

  14. Also du sprichst mir aus der Seele.Hab den Film noch nicht gesehen, trinke aber schon lange nicht mehr aus Plastik. Doch, wenn ich total durstig ,den 25. Kiosk angesteuert hab,alles in Plastik steckt.Dann ziehe ich den Plastiktod , dem des sicheren Verdursten vor.Das find ich schlimm,Man kann fast nicht mehr wählen.Alles soll nur praktisch sein,und soo schwer schleppen soll ich,da hat aber doch jemand extra Plastikflascehn für erfunden…kopfschüttel…DUUU stellst dich aber an, Alex. Yep. Ich kann es nicht mehr ertragen, wie die Industrie uns ihre Abfälle als Nahrung oder Kosmetik verkauft und wir ihre tollen Innovationen bejubeln.Leut ,denkt doch mal nach.Da meint es niemand gut mit uns.Erst verdienen die, dann die Pharmaindustrie.So läufts, genau mein Thema, danke Sarah-Maria.l.g Alex

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